Israelische BesucherInnen in Waren von Nazis bedroht

Am Freitag, dem 23. Oktober 2009, wurde eine Gruppe von zwei deutschen
und vier israelischen Jugendlichen in Waren (Mecklenburg-Vorpommern) von
einer Gruppe Neonazis bedroht. Die TeilnehmerInnen eines internationalen
Jugendaustausches waren nachmittags in einer Kleingruppe unterwegs, als
sich ihnen fünf offensichtliche Nazis auf offener Straße
entgegenstellten. Als die Gruppe vorbeiging, zückten die Nazis einen
Schlagstock und ein Messer und folgten den Jugendlichen einige Meter.
Nachdem diese sich einen Supermarkt geflüchtet hatten, verschwand die
neonazistische Gruppe in einer Seitenstraße.

Die beiden deutschen und vier israelischen Jugendlichen waren
TeilnehmerInnen eines vom Neuköllner Kreisverband der SJD - Die Falken
und deren israelischer Partnerorganisation Noar Oved durchgeführten
internationalen Jugendaustausches. Eine Gruppe von 15 Israelis, teils
jüdischer, teils arabischer Herkunft, waren vom 21. bis zum 30. Oktober
bei den Neuköllner Falken zu Besuch. Vom 21. bis zum 25. Oktober befand
sich die Gruppe zu einem Einführungsseminar in Mecklenburg-Vorpommern.

Sebastian Muy, Mitarbeiter im Anton-Schmaus-Haus, dem Kinder- und
Jugendzentrum der Neuköllner Falken: "Wir können von Glück sagen, dass
niemand zu Schaden gekommen ist. Dass eines der ersten Dinge, die unsere
israelischen Gäste nach ihrer Ankunft in Deutschland erleben müssen,
ist, von Nazis mit Waffen bedroht zu werden, ist beschämend. Es zeigt
einmal mehr, dass die politischen und zivilgesellschaftlichen
Anstrengungen gegen Neonazismus z.B. in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt
werden müssen. Stattdessen will die neue Bundesregierung in ihrem
Koalitionsvertrag bestehende Programme gegen Rechts künftig auf »jede
Form extremistischer Gewalt« anwenden. Damit droht eine Verharmlosung
des Neonazismus und eine Schwächung von antirassistischen Initiativen."

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