In der Schuhstraße in bester Innenstadtlage in Hildesheim befindet sich seit zehn Jahren das “Last Resort”. Dort und im “Bulletproof” in Munster verdienen die wegen Fortführung der verbotenen Naziorganisation “Blood & Honour / Division Deutschland” vom Landgericht Halle 2008 Verurteilten Johannes Knoch und Hannes Franke ihr Geld mit Tattoos etc. , die vorwiegend dem faschistischen Livestile entsprechen.
Am 24. Februar 2007 sind sogar Nazis aus diesem Laden herraus gestürmt und haben Teilnehmer einer antifaschistischen Demonstration angegriffen.
Gegen diese Zustände haben inzwischen auch der Rat der Stadt und der Kreistag des Landkreises Hildesheim Stellung bezogen.
Heute fand um 12:00 Uhr in Hildesheim Auf der Lilie eine Demo unter dem Motto; ” Schöner leben ohne Naziläden, in Hildesheim und anderswo” statt.
Die ca. 250 Teilnehmer zählende Demo war überaus friedlich. Selbst als wir am Hindengurgplatz in die Schuhstraße kamen und dort vor der Bierbar “mini mumm” ein Nazi den Arm zu Hitlergruß hob, gingen lediglich ein paar Leute dort hin und fragten ihn was das denn solle worauf er nicht antwortete sondern sich in die Kneipe zurück zog.
Die Polizei war aber mal wieder gar nicht friedlich, sondern schubste die Demonstranten auf rücksichtslose aggressive Art zurück. Als ich zu einem der Beamten ging und ihm erklärte, dass der Nazis seinen Arm in Augenhöhe gehoben hatte, was doch eine verbotene Symbolik darstelle, schubste dieser auch mich brutal zurück. Dabei erwischte er mich mit seiner Hand an der linken Brust, was auch schmerzhaft war. Nach Stunden zwickte sie noch. Deutlicher kann ein Polizist wohl kaum für die Nazis Partei ergreifen.
Wenn jemand den Nazi kennt, er ist ca. 1,70m groß, schlank, hat kurze brünette Haare und einen Schnauzer, trug heute ein rotes T-Shirt mit dunklen dünnen Streifen, eine hellblaue Jeans und weisse Turnschuhe, kann er oder sie den Vorfall ja auch noch mal der Polizei in Hildesheim melden. Vielleicht sind dort ja nicht alles Nazisymphatisanten.
Positiv aufgefallen ist mir eine Rede der SPD Landtagabgeordneten Jutta Rübke, in der sie sich grundsätzlich gegen Fremdenfeindlichkeit aussprach.
Auf meine Nachfrage, warum denn die SPD geführte Landesregierung in Berlin erst vor kurzem 104 Vietnamesen deportiert hat, distanzierte sie sich sehr deutlich davon. Sie wäre schließlich MdL in Niedersachsen und würde sich in ihrem Wahlkreis sehr gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren und wäre auch grundsätzlich für ein Bleiberecht für jeden, der hier leben möchte. Dafür würde sie sich auch im Landtag einsetzen. Sie könne aber nur von Niedersachsen reden.
Hochachtung für diese Einstellung. Hoffentlich bleibt sie dabei, wenn die SPD in Niedersachsen mal wieder regiert.
Ansonsten ist Hildesheim schon wegen seiner hübschen Altstadt eine Reise wert.
Kampf dem Faschismus!