Die kapitalistische Moderne herausfordern – Alternative Konzepte und der kurdische Aufbruch

12. Januar 2012

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Die OrganisatorInnen der Konferenz »Die kapitalistische Moderne herausfordern – Alternative Konzepte und der kurdische Aufbruch« freuen sich, alle Interessierten zu einer Diskussion über theoretische und praktische Versuche eines alternativen Lebens einzuladen. Diese Konferenz wird auch für alle interessant sein, die mit dem Wandel der kurdischen Gesellschaft und und der kurdischen Bewegung Schritt halten und die von ihnen vorgeschlagen Alternativen kennen lernen möchten. 

(u.a. mit Antonio Negri (Italien), Nuray Mert (Türkei), Michael Albert (USA), Dr. Senel Karakas (Türkei), Prof. Wolf-Dieter Narr (Deutschland), Kariane Westrheim (Norwegen), Solly Mapaila (Südafrika), Prof. Achin Vanaik(Indien), Hassan Sadik Itaimish (Deutschland), Eirik Eiglad (Norwegen),Janet Biehl (USA), Murat Çakir (Deutschland), Muzaffer AyataFerda ÇetinGönül Kaya

Arundhati Roy (Indien)[angefragt], Martin van Bruinessen(Niederlande) [angefragt], Prof. Fatmagül Berktay (Türkei) [angefragt])

In den letzten Jahren hat sich die kurdische Befreiungsbewegung von ihren traditionellen marxistisch-leninistischen und befreiungsnationalistischen Wurzeln fortentwickelt. Diese Konferenz möchte die Transformation der kurdischen Bewegung und ihre Suche nach Alternativen diskutieren und anderen weltweiten Diskussionen und Aufbrüchen gegenüber stellen.

 

Ebenso will sie einen internationalen Austausch auf akademischem Niveau über die weltweiten theoretischen und praktischen Interventionen gegen den kapitalistischen Normalzustand ermöglichen. Dabei wird es auch – aber keineswegs nur – um das kurdische Beispiel gehen.

 

Die Konferenz wird vom 3.-5. Februar 2012 im Hörsaal Erziehungswissenschaft, VonMelle-Park 8, der Universität Hamburg stattfinden und am Freitag, den 3. Februar um 18 Uhr beginnen. Wir planen, alle Redebeiträge und Diskussionen simultan in Deutsch, Englisch, Kurdisch (Kurmandschi) und Türkisch zu übersetzen.

 

Veranstaltet vom Network for an Alternative Quest: KURD-AKAD Netzwerk kurdischer AkademikerInnen • YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan • Kurdistan Report • Informationsstelle Kurdistan e.V. • Cenî – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. • Internationale Initiative »Freiheit für Abdullah Öcalan – Frieden in Kurdistan«

Unterstützt von: junge Welt, il manifesto (Italien), MRAP (Frankreich), Mouvement de la Paix (Frankreich), LAIKA Verlag, Gruppe BASTA

 

Anmeldungen bitte per E-Mail an networkaq@gmail.com Weitere Informationen und das Programm finden Sie unter www.networkaq.net


Link:


Englisch – English

Challenging Capitalist Modernity – Alternative Concepts and the Kurdish Quest –

Invitation: http://networkaq.net/Program_English.pdf 
Program of the Conference: http://networkaq.net/Invitation.pdf

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Deutsch:

Die kapitalistische Moderne herausfordern – Alternative Konzepte und der kurdische Aufbruch –

Einladung: http://networkaq.net/Einladung.pdf

Programm der Konferenz: http://networkaq.net/Programm_deutsch.pdf


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Kurdisch – Kurmanci


Li dijî modernîteya kapîtalîst navdixwedan Têgehên alternatîf û doza kurd:


Bernameya konferansa: http://networkaq.net/Program_kurdi.pdf ve 

Vexwendname: http://networkaq.net/Vexwendname.pdf****   ****


Türkisch – Türçe: 

 


KAPİTALİST MODERNİTEYE KARŞI ALTERNATİF KONSEPTLER VE KÜRTLERİN ARAYIŞI


Davetiye: http://networkaq.net/Davetiye.pdf

Konferans Programı: http://networkaq.net/Program_Turkce.pdf

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Freiheit für Kurdistan!

Freiheit für Öcalan!

Hoch die internationale Solidarität!

 

 


Schon wieder; Staatsterror gegen Kurdistan Volkshaus

22. Oktober 2010

Pressemitteilung: Willkürliche Polizeimaßnahme gegen Kurdistan-Volkshaus e.V.?


Am Mittwoch, den 20.10.2010, gegen 14:00 Uhr wurden Gäste und Mitglieder des Kurdistan-Volkshauses e.V. (Mala Gel) von etwa 60 Einsatzkräften der Hannoveraner Polizei in ihrem Vereinshaus aufgesucht.

Trotz mehrmaliger Aufforderung durch Vorstandsmitglieder des Vereins wurde kein Durchsuchungsbefehl vorgelegt. Als diese sich den Beamten in den Weg stellen wollten, wurden sie mit der Begründung eines “mündlichen Durchsuchungsbefehls” beiseite geschoben. Es folgte eine Hausdurchsuchung und die Durchsuchung aller anwesenden ca. 30 Personen. Obwohl sich alle ausweisen konnten, wurden 4 von ihnen zur Identitätsbehandlung mit auf die Herschelwache genommen, 3 sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Eine Person wird nach wie vor mit der Begründung festgehalten, sie könnte eine Straftat begangen haben, und müsste bis zur Klärung in U-Haft bleiben.

Trotz aller Bemühungen des Vorstandes und seiner Anwälte liegt bis heute kein schriftlicher Durchsuchungsbefehl mit entsprechender Begründung vor.

Es bestehen erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser polizeilichen Aktion, die sich einreiht in eine Anzahl weiterer Repressionsmaßnahmen gegen das Kurdistan-Volkshaus in Hannover in den letzten Monaten:

- 06.03.2010, Übergriff auf eine Person nach Auflösung einer genehmigten Demonstration durch Hannoveraner Beamte, was zur Eskalation mit Verletzten führte.

- 18.04.2010, unverhältnismäßige Hausdurchsuchung des Vereinshauses durch etwa 100 Einsatzkräfte mit der Begründung “Vermuteter Verstoß gegen das Vereinsgesetz”, was sich nicht bestätigte.

- Nicht-Bewilligung von Projektförderung seitens der Stadt Hannover und des Landes unter der Begründung, auch “Anhänger der PKK” würden den Verein nutzen, oder der “mehrfachen Erwähnung im Verfassungsschutzbericht 2008 des Landes Niedersachen”.

- Individuelle Hausbesuche der Polizei bei kurdischen Familien in Niedersachsen mit der Aufforderung sich vom Verein zu distanzieren und dem Ziel der Einschüchterung.

- Besuche der Polizei bei Institutionen und Vereinen, die in Zusammenarbeit mit dem Kurdistan-Volkshaus stehen, mit der Aufforderung diese einzustellen.

- Permanente und sichtbare Observation der Räumlichkeiten des Vereins, sowie namentliche Ansprache von Besuchern mit anschließender Ausweiskontrolle.

Der Vorstand des Kurdistan Volkshaus e.V. (Mala Gel) bezweifelt die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen und fragt nach dem demokratischen Verständnis dahinter.

Die seit 2 Jahren verstärkten Bemühungen um Integration scheinen lediglich mit staatlicher Diskriminierung beantwortet zu werden.

Der Verein bleibt jedoch nach wie vor offen für alle Personen und wird sich auch weiterhin um die Zusammenarbeit mit verschiedensten Institutionen bemühen.

21.10.2010, Vorstand des Kurdistan-Volkshaus e.V. (Mala Gel)

 

www.kurdistan-volkshaus.de


Erste Offensive der PKK 1984

15. August 2010

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Am 15.August 1984 griff die PKK zum ersten mal zu ihren Waffen und kämpfte in den Provinzen Hakkari und Siirt.
Durch diesen Angriff veränderte sich das Leben der Kurden drastisch.
Da sie immer mehr über ihr Volk lernten und ein großer Teil der dort lebenden Kurden zur Waffe griff und sich vom türkischen Staat nicht mehr unterdrücken ließ.
Sie fingen an ihre Sprache zu Lernen kombinierten ihre eigene Musik und hoben die zwei Finger und die Fahne um der türkischen Regierung zu zeigen; ” Wir gehen den Weg in die Freiheit gemeinsam und nicht alleine”!
Die PKK griff diese zwei Städte an, um zu sagen bzw. zeigen : “Welt seh her, wir sind hier, wir kämpfen für unsere Rechte” !
Mit der Führung Abdullah Öcalans,
dem Aufruf zum beitritt durch Mazlum Dogan,
und durch Kämpfer wie Heval Egid,
sieht die Partiya Karkeren Kurdistan heute stolz auf ihre Partei hinauf
und hebt mit stolz die zwei Finger und ruft ihre Slogans zur Freiheit auf!

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Aram Tigran

8. August 2010

Aram Tigran
(15. Januar in 1934 Qamischli) † (8. August 2009 in Athen)
war ein bekannter armenischer Künstler. Tigran zählte zu den besten Sängern der kurdischen Musik

Die Familie seines Vaters stammt aus der Gegend um Diyarbakir und gehörte zu den Überlebenden des armenischen Völkermordes von 1915. Er ließ sich in Qamischli nieder, wo Tigran 1934 auf die Welt kam. Schon mit neun Jahren interessierte sich Tigran für die Musik und lernte die Oud. Mit 20 Jahren sang er kurdische, armenische und arabische Lieder.1966 ging er nach Eriwan und arbeitete dort 18 Jahre beim Rundfunk. Radio Eriwan sendete kurdische Sendungen, die auch im Osten der Türkei empfangen werden konnten. Seit den 1990er Jahren lebte er in Belgien und Griechenland.
Sein Repertoire umfasste 230 kurdische, 150 arabische, 10 aramäische, 8 griechische und 7 zazaische Lieder, er veröffentlichte zahlreiche Musikalben.

Tigran reiste 2009 nach Diyarbakir, um dort an den Newrozfeierlichkeiten teilzunehmen, erkrankte dort jedoch. Im August 2009 wurde er in Athen in ein Krankenhaus eingeliefert. Am 8. August verstarb er. Sein Wunsch, ihn in Diyarbakir zu beerdigen, wurde ihm von der türkischen Regierung nicht gewährt, so dass er in Brüssel begraben worden ist.

Aram Tigran war verheiratet und Vater von zwei Kindern.


Verurteilung der Lynchangriffe auf das kurdische Volk

30. Juli 2010

AUFRUF ZUR MAHNWACHE UND ZUR SITZDEMO!
Verurteilung der Lynchangriffe auf das kurdische Volk

Freitag, 30. Juli 2010 ab 16:00 Uhr bis Samstag 31. Juli
hinterher Samstag 14:00 Uhr Sitzdemo
Ernst-August-Platz / Hannover

Eskalation durch Verhandlungen verhindern!

Nach den Lynchversuchen in der westtürkischen Stadt Inegöl-Bursa kam es auch in anderen Orten zu Angriffen. So wurden in Dörtyol-Hatay das Gebäude der BDP, Häuser, Geschäfte und Autos von Kurden in Brand gesetzt und in Erzurum der Bürgermeister von Dagpinar-Kars von einer Gruppe Rassisten angegriffen.

Die Ereignisse der letzten Monate in der Türkei haben eine besorgniserregende Dimension angenommen und die Gewalt der Staatssicherheitskräfte, die Gesellschaft an den Rand eines Bürgerkrieges getrieben. Jegliche demokratische Regeln sind aufgehoben, die Rahmenbedingungen für einen Dialog zerstört, der Rechtsstaat handlungsunwillig und sämtliche Diskussions- und Lösungsangebote verboten worden.

Noch immer bombardiert das türkische Militär kurdische Siedlungsgebiete, zwingt das Volk zu Flucht und Migration, zündet Wälder an, vernichtet Felder und tötet Vieh, nutzt im Kampf gegen die kurdischen Guerilla-Einheiten chemische Waffen und exekutiert Menschen.

Weiterhin steht die Verfolgung gewählter kurdischer Politikerinnen und Politiker im Fokus der militarist ischen Kräfte, die Ermordung kurdischer und türkischer Intellektueller auf der Vernichtungsagenda.

Dramatisch ist auch, dass die USA und auch europäische Staaten die zerstörerische Politik des türkischen Staates unterstützen und sie ermutigen, universelles Recht, Demokratie und Freiheit, insbesondere die Meinungsfreiheit, außer Kraft zu setzen.

Die Feindschaft gegen die kurdische Bevölkerung wird von der türkischen Generalität mit Hilfe einer verlogenen Propaganda in die Gesellschaft hineingetragen und die Menschen gegeneinander aufgehetzt. Die Resultate dieser Politik zeigen sich in den hasserfüllten rassistischen alltäglichen Übergriffen, die von türkischen Sicherheitskräften durch untätige Anwesenheit toleriert und gefördert werden.

Ohne eine politische Lösung des bereits seit Jahrzehnten schwelenden ethnischen Konfliktes besteht die große Gefahr einer Eskalation zwischen der türkischen und kurdischen Zivilbevölkerung. Die Tatsache, dass allein im Westen der Türkei Millionen Kurden leben, macht die Gefährlichkeit einer Zuspitzung der Situation, aber auch die Notwendigkeit von konkreten Lösungsvorschlägen, deutlich.

Deshalb fordern wir:

-        eine demokratische und friedliche Konfliktlösung sowie die Frage der Anerkennung der ethnischen, kulturellen und politischen Rechte der Kurden in der Türkei;

-        die türkische Regierung dazu auf, ihre Strategie der Verweigerung von Verhandlungen mit den kurdischen Parteien zu beenden;

-         von den europäischen Staaten, die antikurdische rassistische Politik des türkischen Staates nicht weiter zu unterstützen.

YEK-KOM Föderation kurdischer Vereine in Deutschland e.V. Juli / August 2010

http://www.hannover-kurdistan-volkshaus.de/News.htm


Mazlum Dogan Festival 2010

8. Juli 2010

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Öcalan ist kein Vermittler mehr !

1. Juni 2010

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Ankara: Bei einem Raketenangriff auf die türkische Mittelmeermarinebasis Iskenderum wurden in der Nacht zum Montag sechs Soldaten getötet und zehn weitere verwundet.
Der offenbar von einer Kommandoeinheit der Arbeiterpartei Kurdistans PKK durchgeführte Angriff erfolgte, nachdem der auf der Gefängnisinsel Imrali inhaftierte kurdische Politiker Abdullah Öcalan in einer am Wochenende von der kurdischen Tageszeitung Özgür Politika veröffentlichten Stellungnahme erklärt hatte, ab Montag nicht mehr als »Vermittler« für eine Friedenslösung zur Verfügung zu stehen. »Ich ziehe mich aus diesem Prozeß zurück, weil ich keinen Verhandlungspartner gefunden habe«, so Öcalan. Dies sei kein Aufruf zum Krieg, doch die Verantwortung über das weitere Vorgehen liege von nun an bei den PKK-Kommandanten.

Am Montag morgen griffen türkische Faschisten das Gebäude der prokurdischen Partei für Frieden und Demokratie BDP in Iskenderum an und skandierten dabei »Kurden raus«.

Bereits in den letzten Tagen war es in den kurdischen Landesteilen zu schweren Gefechten zwischen der türkischen Armee und PKK-Kämpfern gekommen, bei denen mindestens sieben Soldaten starben. Acht paramilitärische Dorfschützer wurden nach Meldungen der Nachrichtenagentur Anadolu vom Montag von der PKK gefangengenommen.

Quelle: ANF

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HINRICHTUNGEN im IRAN

13. Mai 2010

Nachdem in Ostkurdistan/Iran 5 politische Gefangene( 4 PJAK Mitglieder) hingerichtet worden sind, wurde bekannt, dass ebenfalls in Dalaho 5 Guerillas der linken kurdischen PJAK durch Vergiften von Agenten des iranischen Regimes ermordet worden sind.

STOPPT die HINRICHTUNGEN im IRAN !
Euer PROTEST RETTET Vielleicht LEBEN !

PROTESTKUNDGEBUNG

Am 15.05.2010 Samstag / Um 11.00 Uhr.
Ort : vor dem DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Str. (direkt gegenüber vom HBF Düsseldorf – Haupeingang)


Fünf politische Gefangene im Iran hingerichtet

10. Mai 2010

Hinrichtungen im Iran: Wer schweigt stimmt zu!
Am vergangenen Wochenende wurden 5 kurdische politische Gefangene im Iran hingerichtet.
Dabei handelt es sich um 4 politische Gefangenen, die wegen Zugehörigkeit der Partei für ein freies Leben in
Kurdistan (Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê, PJAK) verurteilt worden sind. Die zu Tode verurteilten kurdischen
politischen Gefangenen sind Lehrer Ferzad Kemanger, Eli Heyderiyan und Ferhad Wekili sowie die kurdische
Frauenaktivistin Şirin Elem Hulu.
Ebenfalls wurde es bekannt gegeben, dass in der Stadt Dalaho im Iran 5 Guerillas der PJAK durch Vergiften durch
Agenten des iranischen Regimes ermordet worden sind.
Seit 2007 sind im Iran 7 kurdische Gefangene wegen der Mitgliedschaft der PJAK verurteilt und hingerichtet
worden. 18 weitere kurdische politische Gefangene sind zurzeit zum Tode verurteilt.
Bilanz der Hinrichtungen im Iran sind erschreckend hoch: 388 Hinrichtungen in 2009 und Mindestens 100
Hinrichtungen seit Beginn des Jahres 2010.
Mit der Hinrichtung der kurdischen politischen Gefangenen und Oppositionellen beweisen die Teheraner
Machthaber, dass sie entschieden sind, an ihrem brutalen Vorgehen gegenüber Oppositionellen und an der
Diskriminierung ethnischer Minderheiten festzuhalten. Die Anklage der “Feindschaft zu Gott” muss als Vorwand
gesehen werden, um kritische Aktivisten aus dem Weg zu schaffen.
Die islamische Republik Iran hat ihre Angriffe gegen ethnische und religiöse Minderheiten, insbesondere aber
gegen Kurden im Iran und andere Oppositionelle wie Intellektuelle, Studenten, Frauenrechtlerinnen sowie
Homosexuelle massiv ausgeweitet und praktiziert mit grausamen Methoden vor den Augen der Weltöffentlichkeit
massive Menschenrechtsverletzungen.
Ebenfalls das despotische Regime missachte Rechte und Freiheiten der Iraner und sehe seine wichtigste Aufgabe
darin, mit Hilfe der bezahlten Paramilitärs sowie Teilen des Militärs Terror und Schrecken zu verbreiten und damit
die Menschen zu zwingen, seinen Islam zu achten und zu gehorchen.
Hinrichtungen im Iran: Wer schweigt stimmt zu!
Rache darf kein Kriterium für Strafe sein, die Todesstrafe kein Mittel, um politische Kritik im Keim zu ersticken. Die
iranische Regierung muss die geplanten Hinrichtungen gegen kurdische und andere Oppositionelle sofort
aussetzen. Sie muss beweisen, dass sie gewillt ist, im Umgang mit Minderheiten und Regimegegnern neue, zivile
Wege einzuschlagen.
Seit Jahrzehnten versucht die kurdische Volksgruppe mit demokratischen Mitteln für die Erhaltung ihrer
Minderheitsrechte, Meinungsfreiheit und Demokratie im Iran zu kämpfen. Insbesondere haben sie in den letzten
zwei Jahren mit friedlichen Mitteln demonstriert, wurden dabei regelmäßig von iranischen Sicherheitskräften
angegriffen. Dabei wurden mehrere kurdische Demonstranten getötet. Der Druck auf die Kurden wurde so stark
erhöht, dass die kurdischen Ortschaften unter militärischer Kontrolle stehen und politische kurdische Aktivisten
und Menschenrechtler entweder festgenommen oder vom iranischen Geheimdienst getötet werden. Die
Einschüchterungspolitik und die iranische Repression der kurdischen Volksgruppe, der demokratischen
Zivilgesellschaft und der oppositionellen Kräfte sind verbrecherisch und willkürlich.
Wir, Kurden, sind über die letzten Hinrichtungen und Ereignisse im Iran tief besorgt und appellieren an die
demokratische Öffentlichkeit, sich mit den verfolgten Menschen gegen Willkür des iranischen Mullahsregimes zu
solidarisieren und sich für die Meinungsfreiheit und demokratische Verhältnisse im Iran einzusetzen.
Wir fordern auch die EU und die deutsche Bundesregierung auf, ihren diplomatischen Druck auf Iran zu erhöhen
und willkürliche Todesurteile zu verhindern.
YEK‐KOM e.V.
FÖDERATION KURDISCHER VEREINE IN DEUTSCHLAND
Düsseldorf, 10.05.2010


Offener Brief

19. April 2010

Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Guido Westerwelle und die Justizministerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
an den Ministerpräsidenten der Republik Türkei, Herrn Recep Tayyip Erdogan, den

Zur Kenntnis an sämtliche Abgeordnete des Deutschen Bundestags, die Deutsche Botschaft in Ankara und die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Erdogan, sehr geehrter Herr Außenminister Westerwelle, sehr geehrte Frau Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger,

im Zeitraum vom 17. März 2010 bis zum 26. März 2010 hielten sich mehrere Menschenrechtsdelegationen aus der Bundesrepublik Deutschland in der Türkei und deren südöstlichen, kurdischen Provinzen auf. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern befanden sich Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Delegierte von Bundestags- und Landtagsabgeordneten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sowie Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler.

Mit großer Besorgnis mussten wir feststellen, dass in der Türkei noch immer gravierende Menschenrechtsverletzungen begangen werden. In Übereinstimmung mit dem Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission 2008 und den letztveröffentlichten Jahresberichten von Amnesty International und Human Rights Watch sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass vor dem Hintergrund politischer Instabilität und militärischer Auseinandersetzungen Berichte über Misshandlungen und Folter in der Türkei erneut massiv zunehmen. Allein in den kurdischen Provinzen des Landes beträgt die Zunahme derartiger dokumentierter Fälle von 2005: 284 Fälle auf 2008: 798 Fälle. Auch die dokumentierten Fälle extralegaler Hinrichtungen durch staatliche und paramilitärische Kräfte häufen sich besorgniserregend. Deutlich geworden ist ebenfalls, dass türkische Behörden auf kritische Äußerungen noch immer mit Einschüchterungs- und Strafverfolgungsmaßnahmen reagieren und Beamte mit Polizeibefugnissen, selbst bei gravierendsten Menschenrechtsverletzungen, straflos bleiben. (Vergleiche auch die Studie von Human Rights Watch: Closing Ranks against Accountability/Barriers to Tackling Police Violence in Turkey)

Besonders möchten wir Sie auf die folgenden Verstöße gegen internationale und nationale Menschenrechtsregulierungen aufmerksam machen. In diesem Zusammenhang möchten wir Sie darum bitten, diese Verstöße an den jeweils entscheidenden Stellen zu thematisieren und im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten juristische Schritte und Sanktionen gegen die für die Menschenrechts-verletzungen Verantwortlichen einzufordern oder einzuleiten – und darüber hinaus alles in ihren Möglichkeiten liegende zu unternehmen, derartig abscheuliche Vergehen in Zukunft zu verhindern:

1. Im Dorf Kel (Buğulukaynak), in der Nähe der Kleinstadt Caldiran (nahe der Türkisch-Iranischen Grenze, in der Provinz Van) wurden am 7. Oktober 2009 drei Personen festgenommen, danach Sondereinheiten des Militärs (Özel Teams) übergeben – und von diesen extralegal hingerichtet. Unter den Ermordeten befand sich der 17jährige Gymnasiast Ibrahim Atabay.

Mitglieder der Jandarma übergaben die 3 Festgenommenen direkt (vor dem Haus der Familie Atabay) den Sondereinheiten, die sie nach lang andauernden Folterungen am Rande einer Schlucht (ca. 500m vom Dorf entfernt gelegen) mit Gewehrsalven hinrichteten. Die Festgenommenen waren nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer Augenzeugen unbewaffnet. Bei zwei von ihnen handelte es sich um Guerillas, der Dritte, Ibrahim Atabay, war ein 17 jähriger Gymnasiast aus Kel. Die Leichen hatten zertrümmerte Finger, weitere zertrümmerte Körperteile und zertrümmerte Schädel. Am Rande der Schlucht (dem Tatort) wurden auf einer Strecke von 30 Metern Körperreste und Blutspuren gefunden.

Gleichzeitig zu dieser extralegalen Hinrichtung wurden weitere Familienmitglieder von Ibrahim Atabay in einem Haus der Familie misshandelt und gefoltert. Die Familie Atabay ist wegen Errichtung eines, mittlerweile auf Weisung des türkischen Innneministers Atalay eingerissenen, Mahnmals am Tatort mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert. Ein von der Familie wegen des Vorwurfs der extralegalen Hinrichtungen angestrengtes Gerichtsverfahren wurde unterdessen vom zuständigen Gericht eingestellt.

Sicherheitskräfte und Militärs bedrohten seitdem Mitglieder der Familie Atabay mehrmals. Die betroffene Familie und weitere Dorfbewohner leben in ständiger Angst vor erneuten Übergriffen oder Morden. Selbst der Rechtsanwalt der Atabays ist Drohungen ausgesetzt und kann daher keine effektive Wahrnehmung der Interessen seiner Mandanten umsetzen. Der Bruder Ibrahim Atabays befindet sich seit dem Tag der beschriebenen Tat ohne Anklage im Gefängnis von Van.

Eine weitere Version des Tathergangs, nach der es sich bei der Tat um einen bewaffneten Konflikt zwischen Soldaten und drei Guerillas gehandelt habe, ist aller Erkenntnis nach nicht glaubwürdig. Selbst zum Zeitpunkt der extralegalen Hinrichtungen am Tatort anwesende Soldaten bestätigten den Vorfall, wie oben ausführlich geschildert, detailliert.

Wir sind erschüttert über ein derartiges, gegen internationale und nationale Menschenrechts-regulierungen verstoßendes Verbrechen und die Kontinuität der Menschenrechtsverletzungen durch das Vorgehen staatlicher Behörden und Beamten. Wir fordern die Aufklärung der Verbrechen und dass die dafür Verantwortlichen juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem bitten wir Sie darum, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, die Drohungen und Misshandlungen gegen die Familienmitglieder Ibrahim Atabays und weitere Dorfbewohner sofort zu unterbinden.

2. Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass wenige Tage nach der Rückkehr der Delegationen in die Bundesrepublik, der 14jährigen Junge Mehmet Nuri Tamcoban ebenfalls von türkischen Soldaten in der Nähe von Caldiran verstümmelt und erschossen worden ist.

Auch diesbezüglich fordern wir die Aufklärung des Verbrechens und eine juristische Sanktionierung der dafür Verantwortlichen.

3. In der Nähe der Stadt Sirnak erschossen Soldaten Anfang März den 26-jährigen Kerem Gün. Er war der ehemalige Vorsitzende der Jugendorganisation der Demokratik Toplum Partisi (DTP) in Senoba. Berichten zufolge wurde er gezielt von Soldaten an einem Kontrollpunkt erschossen. In der behördlichen Legitimation wurde von einem bewaffneten Konflikt mit Schmugglern gesprochen. Der Betroffene war unbewaffnet und in Begleitung von sechs Freunden, die allesamt ohne weitere Anklage oder Vorwürfe unbehelligt aus der Situation hervorgingen. Es wurde nach Zeugenaussagen ohne Ankündigung das Feuer eröffnet und die ärztliche Versorgung des Schwerverletzten behindert. Dem Tod des 26-jährigen gingen nach Zeugenaussagen Todesdrohungen durch Angehörige des Militärs voraus.

Auch in diesem Fall fordern wir die Aufklärung des Verbrechens und eine entsprechende Sanktionierung der dafür Verantwortlichen. Es ist erschreckend und unverantwortlich, in welcher Regelmäßigkeit in der Türkei immer wieder Menschenleben (insbesondere von Jugendlichen) von Soldaten oder Staatsbediensteten mit Polizeibefugnissen ausgelöscht werden.

4. Insgesamt wurden in der Türkei seit 2006 mehr als 400 Kinder wegen Teilnahme an Demonstrationen oder vermeintlichen Steinwürfen auf Demonstrationen, entgegen der UNO Kinderrechtsresolution, zu 4-12 Jahren Haft durch für Erwachsene vorgesehene Schwurgerichte für schwere Straftaten verurteilt. Ca. 5000 ähnliche Strafverfahren gegen Kinder und Jugendliche sind noch anhängig. Als Grundlage der Verfahren wird in den meisten Fällen Artikel 8 des “Anti Terror Gesetzes” benutzt. Demzufolge kann eine Teilnahme an einer Veranstaltung, die die Behörden einer kriminellen oder terroristischen Vereinigung zuschreiben, als Unterstützung oder Propaganda für – oder Mitgliedschaft in derselben ausgelegt werden. Viele Kinder befinden sich in diesem Zusammenhang über eine lange Zeit (teilweise mehr als 9 Monate) in Untersuchungshaft. Die Arbeit von Anwälten wird in vielen Punkten – u.a. mangelnde oder zu späte Akteneinsicht, das Abhören von Mandantengesprächen, Kriminalisierung von und Berufsverbot gegen Anwälte in politischen Verfahren – nicht nur in Verfahren gegen Kinder behindert. Eine effektive Verteidigung ist auf diese Weise kaum möglich.

Wir sind betroffen von einem derartigen Umgang mit Kindern und Jugendlichen und fordern die Einhaltung der UN Kinderrechtsresolution, sowie die Umsetzung des Rechts auf ein faires Verfahren durch die Türkische Justiz.

5. Eine friedliche und demokratische Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts ist anerkannterweise ein zentraler Aspekt der Demokratisierung und perspektivischen Entwicklung der Türkei. Auch der türkische Staatspräsident, Herr Abdullah Gül, ist dieser Ansicht. Um eine realistische Beilegung der jahrzehntelangen Auseinandersetzung möglich zu machen, die ihr zugrunde liegenden Konflikte zu beheben und die begangenen Menschenrechtsverletzungen zu heilen, sind unserer Ansicht nach – und den Erfahrungen der Lösung weiterer, zumindest in Grundzügen vergleichbarer Konflikte entsprechend – u.a. die folgenden Maßnahmen notwendig:

a.    die sofortige Beendigung der Kriminalisierung von Vertreterinnen und Vertretern der kurdischen Bevölkerung, von Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtlern, von Journalistinnen und Journalisten und politischer Aktivistinnen und Aktivisten – auch in Europa und Deutschland;

b.    die Freilassung der ab April 2009 inhaftierten ca.1500 Politikerinnen und Politiker, unter denen sich 8 gewählte Bürgermeister der Baris Demokrasi Partisi (BDP), Menschenrechtler (u.a. Regionalvorsitzende des Menschenrechtsvereins Insan Halklari Dernegi / IHD) und Anwältinnen und Anwälte befanden;

c.    die Anerkennung sämtlicher kultureller Rechte der kurdischen Bevölkerung;

d.    eine positive Erwiderung, der immer wieder seitens der kurdischen Guerilla erklärten einseitigen Waffenstillstände,

e.    die Anerkennung des politischen Willens des mehrheitlichen Anteils der kurdischen Bevölkerung, die Abdullah Öcalan als wichtigen Vertreter und Ansprechpartner in einem möglichen Friedensprozess ansehen. Dieser Wille wurde u.a. auf den Newrozfesten der letzten Jahre, bei Kommunal- und Parlamentswahlen, sowie in Petitionen, bei Umfragen und auf Veranstaltungen deutlich zum Ausdruck gebracht;

f.     langfristige Konzepte zur Integration der kurdischen Guerilla und sämtlicher politischer Gefangener in die demokratischen Gesellschaftsabläufe – denn ähnlich wie in Südafrika, Nordirland und mehreren südamerikanischen Staaten, ist ein anhaltender Frieden unserer Ansicht nach nur unter Einbeziehung sämtlicher Konfliktparteien möglich.

Wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Erdogan, sehr geehrter Herr Außenminister Westerwelle und sehr geehrte Frau Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, mit positivem Bezug auf die Menschenrechte und das Völkerrecht, darum den von uns formulierten Anliegen Ihre Aufmerksamkeit zu widmen, die Anliegen 1. – 5.d. sofort umzusetzen (oder im Fall der bundesdeutschen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auf eine sofortige Umsetzung hinzuwirken) – und die Maßnahmen 5.e. bis 5.f., im Sinne einer wissenschaftlichen Analyse, zur Ermöglichung eines anhaltenden Friedens in der Türkei, in Anbetracht der benannten historischen Erfahrungen zu bedenken und schrittweise zu verwirklichen.

Hochachtungsvoll,

Prof. Dr. Norman Paech, Völkerrechtler

Jürgen Klute, Mitglied des Europaparlaments

Ulla Jelpke, Mitglied des Bundestags

Christiane Schneider, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft

Martin Dolzer, Soziologe

Michael Knapp, Historiker

Dr. Elmar Millich, Physiker

Sinje Kätsch, Kunsttherapeutin

Robert Jarowoy, Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg Altona

Julia Körperich, Rechtsanwältin

Britta Eder, Rechtsanwältin

Brigitte Reis, Physiotherapeutin

Jana Behrens, Medizinische Flüchtlingssolidarität Hannover

Christian Jakob, Journalist

Julia Neuse, Sozialarbeiterin Beate Reis

Wilhelm Engels

Ludger Schulte

Sabine Caspar

Antje Steinberg, Lehrerin, GEW


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