Der Papst kommt!
Darf der das überhaupt?
Gewerkschaften bilden sich in der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft zur Behauptung des Lohnes der Lohnsklaven und -sklavinnen und sind daher eine sehr nützliche und sehr wichtige Organisation des Proletariats. Aber die Gewerkschaften haben zwei Bleigewichte, zwei Ketten der Lohnsklaverei an ihren Füßen: sie entwickeln sich in der Regel nicht über die Behauptung der Löhne hinaus zu einem Bewußtsein, daß nur die völlige Vernichtung des Bürgertums die Aufhebung der Lohnsklaverei durchsetzen kann und zweitens bildet sie aus ihren eigenen Eingeweiden, wenn der Kapitalismus als System der Ausbeutung der Werktätigen nicht in Frage gestellt wird, fortwährend eine Führungsspitze heraus, in der sich die asozialsten, korruptesten und opportunistischten Arbeiteraristokraten und Bürokraten konzentrieren, die direkt an der Unterdrückung der werktätigen Massen mitwirken.
In der Zeitschrift der Industrie Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt Nummer Zwei vom Februar 2011 tritt dies deutlich zu Tage: statt Aufklärung der Werktätigen Verdummung und reaktionäre Ideologie, die noch unter dem Niveau der bürgerlichen Aufklärung liegt. Anläßlich der Vorstellung eines Buches, dessen Autoren Udo Achten und Werner Bachmeier sind: “Arbeitswelten – Einblicke in einen nichtöffentlichen Raum, Klartext Verlag Essen 2010″ wird unter der Überschrift “Näher hingeschaut” vom “Wert der Arbeit” gesprochen und von den Frauen und Männern, die den “Wert einer Gesellschaft” !? ausmachen. Welchen Wert kann denn eine Ausbeutergesellschaft haben als den, zugrunde zu gehen ! Kritiklos kommt der Autor Udo Achten zu Wort: “Es kommt uns darauf an, den gesellschaftlichen Wert der Arbeit hervorzuheben, ohne jedoch diesen oft (!?) mühseligen Bereich des menschlichen Lebens zu verherrlichen.” 1. Hervorgehoben werden soll also etwas, was es im Grunde gar nicht gibt, denn der “Wert der Arbeit” ist fürwahr eine Perle erster Güte ! Nun ist zwar die menschliche Arbeit der Maßstab des Werts aller Waren, sie selbst kann aber keinen Wert haben. Waren haben einen Wert, wie verhalten sich diese Warenwerte zur menschlichen Arbeit ? Ricardo, ein Ökonom aus England, der von 1772 bis 1823 lebte, ein durch und durch bürgerlicher Mann, hatte bereits erkannt, daß die Warenwerte bestimmt werden durch die in den Waren verkörperte gesellschaftlich notwendige allgemeine menschliche Arbeit, die wieder nach ihrer Zeitdauer gemessen wird. “Die Arbeit ist das Maß aller Werte, sie selbst aber hat keinen Wert.” 2.
Also Rückfall hinter die klassische bürgerliche Ökonomie, hinter Gedankengut des beginnenden neunzehnten Jahrhunderts, denn die dritte Edition von Ricardos “On the principle of political economy and taxation” datiert aus dem Jahre 1821. Ich würde sagen, der Beitrag “Wert der Arbeit” im Säemann hat keinen Wert, gesät wird – näher hingeschaut – Unkraut.
1.Cn, Wert der Arbeit, Der Grundstein Der Säemann, Nummer zwei, Februar 2011,14
2.Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in: Marx Engels Werke Band V, Dietz Verlag Berlin 1972,211
Von Alexander Gallus
Pieck und Grotewohl gelangen auf dem Postweg zu später Ehre
18. November 2008 Die Numismatik oder Münzkunde ist Teil der Historischen Hilfswissenschaften und unterstützt insbesondere die Althistoriker und Mittelalterspezialisten bei ihren Forschungen. Aus der Beschreibung, Ordnung und Deutung von Münzen lässt sich manch aufschlussreiche Erkenntnis über die Wirtschafts-, Geistes- und Kulturgeschichte weit zurückliegender Epochen gewinnen.
Für die Vertreter der Zeitgeschichte ist das münzkundliche Handwerk allenfalls von nachrangigem Interesse. Es sei denn, die Abteilung „Collection“ der Deutschen Post AG bietet eine geschichtsträchtige Medaillensammlung feil. In der höchsten Qualität „Polierte Platte“ lässt die „neue Exklusiv-Edition“ der Deutschen Post die deutsch-deutsche Geschichte von 1949 bis 2009 Revue passieren. Die Silber-Medaillen“ der Edition „60 Deutsche Jahre“ sollen dem Werbetext zufolge die bedeutendsten Personen und Ereignisse, die unser Land in den vergangenen sechzig Jahren geprägt haben, dokumentieren.
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Geschichtsverständnis der Post ist „plastisch und detailreich“
So weit, so gut und schön für den Sammler, der solchermaßen an große Momente und Menschen der deutschen Geschichte nach 1945 erinnert wird. Auf eine „Zeitreise in die ersten Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs“ soll den Münzfreund die fünfte Lieferung der Silber-Edition mitnehmen. Sie ist dem 22. April 1946 gewidmet, einem Datum, das wenigstens dem Geschichtsverständnis der Deutschen Post zufolge für „Neubeginn und Parteien-Einheit“ steht. Schließlich vollzogen damals KPD und SPD, wie einem Begleitschreiben des Leiters Deutsche Post Collection in Fettdruck zu entnehmen ist, die „Vereinigung zur SED“. Auf der Vorderseite der Medaille sind die Konterfeis Otto Grotewohls und Wilhelm Piecks zu sehen, „plastisch und detailreich herausgearbeitet“, wie die Post nicht ohne Stolz hervorhebt.
Einem Beipackzettel ähnlich weisen die Sammlungsexperten der Post freilich im Anschreiben auf unerwünschte Nebenwirkungen der SED-Gründung hin. So habe zwischen „Befürwortern und Gegnern der Fusion keine Chancengleichheit“ bestanden. „Schon bald setzte in der SED neben Ausgrenzung die Androhung von Gewaltmaßnahmen und die Verfolgung von tatsächlichen oder vermeintlichen Gegnern ein.“
SED-Nostalgiker am Werk
Bereits vor Geburt der SED und den massiven, in der Sprache der Täter: Säuberungen der ab 1948 vollends stalinisierten Partei sahen sich widerborstige SPD-Ortsvereine indes nicht nur als „Handlanger der Reaktion“ oder „Schumacher-Jünger“ geschmäht, sondern auch zahlreichen Repressionen von Redeverboten bis zu Verhaftungen ausgesetzt. Das ist in der Erläuterung des Brief-Logistikers nirgends zu lesen. „Den Kritikern“, heißt es immerhin, „blieb meist nur die Wahl zwischen Resignation oder der Flucht in den Westen.“
Da fragt es sich umso mehr, welche Haupteffekte die Geschichtspolitiker der Deutschen Post AG mit einer Gedenkmedaille aus Anlass der SED-Gründung zu erzielen beabsichtigen. Man mag fast vermuten, sie hätten aus Umfragen einen überproportional hohen Anteil von SED-Nostalgikern unter den Münz- und Medaillensammlern ermittelt, deren alter Geschichtssicht sie in wahrhaft polierter Form zu neuem Glanz verhelfen wollen. Eine solch unkritische und verzerrte Erinnerung an die Ereignisse im Jahr 1946 kultiviert dabei nicht einmal die Nachfolgepartei der SED. So gaben im Jahr 2001 die PDS-Vorsitzende Gabi Zimmer und die Berliner Landeschefin Petra Pau eine Erklärung ab, in der sie ebenso verschämt wie deutlich auf „politische Täuschungen, Zwänge und Repressionen“ im Zuge der SED-Formierung hinwiesen.
Prägepraxis von SPD angeprangert
Während also die Erben der kommunistischen Einheitspartei wenigstens „Elemente des Zwangs“ benennen, ist in der Zunft der Zeithistoriker ohne Umschweife von der „Zwangsvereinigung“ die Rede. Hermann Weber, Nestor der historischen Kommunismusforschung, spricht sogar von einer „Zwangs- und Betrugsvereinigung“, weil die Kommunisten in den Jahren 1945/46 ihre wahren Ziele vertuscht hätten, nämlich die „Vernichtung der sozialdemokratischen Konkurrenz und den Aufbau der stalinistischen Diktatur“.
Kaum jemand dürfte besser als die sächsische SPD um die Tatsache wissen, wie sehr die SED zur nachhaltigen Zerstörung einstiger sozialdemokratischer Milieus und Hochburgen beigetragen hat. Auf ihrem Burgstädter Parteitag am letzten Wochenende prangerte der Landesverband in einem einstimmig verabschiedeten Antrag die aktuelle Prägepraxis der Deutschen Post an. Es ist zu hoffen, dass die Kritik dort erhört werden möge. Kaum auszudenken, wie laut der Aufschrei wäre, setzte die Post-„Collection“ ihre Sammlungen mit entsprechendem zeithistorischen Fingerspitzengefühl in Form einer ähnlich integrationsfreudigen „100 Deutsche Jahre“ fort.
Text: F.A.Z.
In Bad Nenndorf fand heute unter der Schirmherrschaft des Landrates Heinz Gerhard Schöttelndreier das Kulturfest der antifaschistischen Bürgerinitiative Bad Nenndorf ist Bunt statt. Der türkisch islamische Kulturverein, der russische Musikchor Sudaruschka und das jüdische Orchester sorgten für ein anspruchsvolles kulturelles Programm. Verschiedene antifaschistische Parteien und initiativen, Antifa Soltau Fallinbostel, VVN-BdA, SPD, Die Linke, etc. hatten ihre Infostände aufgebaut und für die kulinarische Erbauung hatten auch die verschiedensten Gruppen gesorgt. Es wurden viele antifaschistische Reden gehalten. Unter den Rednern waren auch der bekannte Gewerkschaftsfunktionär Charly Braun und SPD MdB Sebastian Edathy.
Auch eine Resolution vom 12. Mai der dieses Jahr zur Stadt der Vielfalt gekürten Samtgemeinde Bad Nenndorf wurde verlesen, in der es heisst:
Die Samtgemeinde Nenndorf ist eine weltoffene, tolerante Gemeinde mit einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft.
Wir wollen, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger und alle Gäste – gleich welcher Herkunft, Religion oder Nationalität – in unserer Samtgemeinde wohl fühlen und unbehelligt leben, lernen und arbeiten können.
Wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Nationalität, Kultur oder sozialer Stellung angefeindet oder diskriminiert werden, verstößt das nicht nur gegen das Grundgesetzt, sonder stört auch das friedliche Zusammenleben und schadet dem Wohl und Ansehen der Samtgemeinde Nenndorf. Gewalt und Extremismus lehnen wir grundsätzlich ab.
Dem treten wir entgegen:
Der Samtgemeinderat der Samtgemeinde Nenndorf spricht sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus sowie gegen die Verbreitung ihrer Ideologie aus und unterstützt die Aktivitäten gesellschaftlicher Gruppen gegen Rechtsextremismus in unserer Samtgemeinde.
Alle Menschen in unserer Samtgemeinde rufen wir dazu auf, sich an friedlichen Protesten und Aktivitäten gegen das Auftreten von Rechtsextremisten und Neonazis in Bad Nenndorf am 1. August 2009 zu beteiligen.
Die Samtgemeinde Nenndorf muss ein Ort der Demokratie und Toleranz bleiben. In ihm haben Feinde der Demokratie keinen Platz!
Wie man aus dieser Resolution schon ersehen kann, hatte diese Veranstaltung einen sehr traurigen hintergrund.
Schon im dritten Jahr hintereinander hatten die Nazis am 2. August 2008 einen Aufmarsch in Bad Nenndorf durchgeführt, um den nach dem zweiten imperialistischen Weltkrieg von den Briten im Winklerbad inhaftierten Nazis, Kriegsverbrechern und Völkermördern zu ge”denken”, die dort in einigen Fällen von ihren Bewachern geschlagen worden sind.
Schon bei der Mobilisierung sind die Nazis stehts sehr kreativ. So haben sie ein Plakat und einen Aufkleber entworfen, auf dem sehr abgemagerte Menschen im Hintergrund zu sehen sind. Im Fordergrund sieht man zwei Arme, die an Handfesseln hängen. Darüber steht geschrieben: Gefangen – Gefoltert – Gemordet! Damals wie heute – Besatzer raus! Da drunter steht geschrieben, Terror Folter Mord Trauermarsch Bad Nenndorf.
Dass die im War Crime Head Quarter in Bad Nenndorf inhaftierten Schwerstverbrecher von ihren Bewachern anfangs nicht gut behandelt worden sind und teilweise sogar geschlagen wurden hat das UK 1946 zugegeben und deren Haftbedingungen verbessert. Auf den Plakaten steht weder eine Kontaktadresse, noch wird ein Verantwortlicher im Sinne des Presserechtes genannt. Auf den Aufklebern steht noch Ort und Beginn des Naziaufmarsches und die Internetadressen einer “Freien Kameradschaft Lippe” und einer “Freien Kameradschaft Gütersloh”.
Wohl eher aus Sorge um das Ansehen und die Einnahmen des malerisch zwischen Deister und Süntel gelegenen Kurortes und seines seit über 200 Jahren für seine Moor-, Sole- und Schwefelbehandlungen bekannten Staatsbades, dass seit dem regelmäßigen Verboten der Hessge”denk”märsche in Wunsiedel zur jährlichen Hauptatraktion von Nazis aus ganz Europa zu werden droht, als in der Absicht die Faschisten zu stören, hatte ein breites bürgerliches Bündniss am
1. August 2008 um 17.00 Uhr eine Kundgebung gegen den Naziaufmarsch durchgeführt.
Am Winklerbad wurde wie auch im Jahr 2007 schon ein von weitem sichtbares Transparent angebracht mit der Aufschrift: Gedenken? Geht denken!
Am 02.08.2008 um 10.00 Uhr begann eine etwas kämpferischere Demonstration gegen die Faschisten. Sie führte vom Bahnhof zum Gedenkstein für die aus Bad Nenndorf deportierten Juden. Dort spielte eine Gruppe klassische Musik. Dann führte die Demo wieder zurück zum Bahnhof, wo sich um 12.00 die Nazis versammelten. Unterwegs wurde die Demo dann von der Polizei gestoppt, die die Auflagen plötzlich geändert hatte. Aus dem Lautsprecherwagen teilte die Demoleitung die Begrüngung der Polizei mit: Die Polizei könne wegen der zahlreich angereisten und gewaltbereiten Neonazis nicht für die Sicherheit der friedlichen Gegendemonstranten garantieren. Also ging die Demo wieder zurück zum Gedenkstein, der sich auch in der Nähe des Winklerbades befindet. Während der Demo wurden einige Reden gehalten, die nur das Motto zu haben schienen, zeigen wir den Nazis lautstark, was wir von ihnen halten. Ein Konzept, die Nazikundgebung zu verhindern, schien nicht vorhanden zu sein. Die Sprechchöre klangen zwar “radikal”, waren aber eigentlich nur peinlich platten antideutschen Inhalts.
Der vermutlich ranghöchste Nazikriegsverbrecher, der im Winklerbad inhaftiert war, ist der 1892 in Duisburg geborene Oswald Pohl. Dieser trat 1926 der NSDAP bei. Da er mit der Familie von Bühring verwant war, die Mitbegründer der Hoechster Farbwerke war, die ab 1925 Teil der I.G.Farben war, wurde seine Kariere von Anfang an, von Nazigrößen, wie Heinrich Himmler gefördert. 1934 wurde er zum SS-Standartenführer befördert und zum Chef der Verwaltung im SS-Hauptamt ernannt. 1942 wurde er zum SS-Obergruppenführer befördert und zum Leiter des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes ernannt. Zu den von Pohl vertretenen ökonomischen Interessen, gehörte auch die mit der Endlösung der Judenfrage im Zusammenhang stehende Verwaltung der Wertsachen, der ermordeten Häftlinge, wie Haare, Kleider, Uhren, Brillen, Schmuck, Devisen, Zahngold und anderem. Die Beutestücke schrieb die Deutsche Bank dem Sonderkonto “Max Heiliger” gut. Zur Tarnung wurden diese Überweisungen als “Jüdische Hehlerware” deklariert.
Pohl war hauptsächlich verantwortlich für die Vernichtung durch Arbeit. Seine Befehle lauteten z.B.:
“Der Arbeitseinsatz muss im wahrsten Sinne des Wortes erschöpfend sein, um ein Höchstmaß an Leistung zu erzielen.
Die Arbeitszeit ist an keine Grenzen gebunden.
Zeitraubende Anmärsche und Mittagspausen nur zu Essenszwecken sind verboten.”
Am 27.05.1946 wurde Pohl in Verden an der Aller verhaftet und in das War Crime Head Quarter in Bad Nenndorf transportiert.
In einem privaten Brief vom 01.06.1948 klagte der “Ärmste”, dass er dort ständig Handfesseln tragen müsse, getreten und geprügelt worden sei und zwei Zähne verloren habe.
Im nürnberger Kriegsverbrecherprozess, wurde im Fall IV gegen ihn und 17 weitere ermittelt, wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Verschwörung zur Begehung von Kriegsverbrechen.
Während des Prozesses bestritt er nicht seine Mitwisserschaft am Holocaust, Pohl sagte aus, dass die Endlösung dem deutschen Volk bekannt gewesen sei. Auf seine Initiative hin sei jedoch kein einziger Jude deportiert oder ermordet worden. Andere hätten sich durch Selbstmord dem Verfahren entzogen oder sich als Kronzeugen ihn belastend durch Verrat freigekauft.
Ihm sei verwährt worden, unter Folter gemachte Aussagen zu revidieren.
Weiter warf er der Anklagebehörde vor, von jüdischen Vertretern dominiert und von Rachsucht und blindem Hass erfüllt zu sein.
Er habe 30 Jahre lang seinem Vaterland makellos gedient und sei sich keines Verbrechens bewusst.
Pohl bekannte sich zum katholischen Glauben und hat in seiner Haft ein Buch, “Credo. Mein Weg zu Gott”, geschrieben, dass mit Erlaubniss der katholischen Kirche gedruckt wurde.
In seiner Märtyrerrolle fand er auch einige Unterstützer. Der Papst erteilte ihm den “Apostolischen Segen” (Benedicto Apostolica seu Papalis). Mit diesem Segen wird dem Sünder vollkommender Ablass erteilt!
Am 09.01.1951 stellten sogar einige CDU und SPD Bundestagsabgeordnete und der Rheinlandpfälzische CDU-Ministerpräsident Altmeier ihr neugewonnenes, westliches “Demokratieverständnis” unter Beweis, in dem sie den Hohen Kommissar der USA, John Jay Mc Cloy, um eine Amnestie für ihren Obergruppenführer baten.
Am 31.01.1951 teilte Kommissar Mc Cloy der Presse mit:
“Es wurde festgestellt, dass Oswald Pohl, persönlich für die Verwaltung der Lager die Verantwortung trug. Die Vernichtung der Juden im Lager Auschwitz, die Zerstörung des Warschauer Ghettos sowie die Ausplünderung der Juden im Osten im Rahmen der bekannten “Aktion Reinhard” sind einige Verbrechen bekannt geworden denen sich die Organisation schuldig gemacht hat. Dem Urteil zufolge stand Pohl nicht nur an der Spitze dieses Verwaltungsaparates, sondern er leitete und überwachte persönlich die Zerstörung des Warschauer Ghettos, und er selbst wählte Gefangene für ärztliche Experimente aus. Begreiflicher Weise konnte ich in diesem Fall keine Berechtigung für einen Gnadenerweis finden. Auch der Beratende Ausschuss hat keine Abwandlung des Urteils empfohlen.”
Am 07.06.1951 wurde Oswald Pohl gemäß seines gerechten Urteils, in der JVA Landsberg, durch den Strang hingerichtet.
50 Jahre nach der Hinrichtung, im Jahre 2001 ließ die Anstaltsleitung der JVA Landsberg die Grabkreuze der Nazis auf dem spöttinger Friedhof, auf dem auch Pohl bestattet ist überholen, mit einem Kupferdach versehen, und sorgte für einen einheitlichen Blumenschmuck.
Erst aufgrund starker Proteste wurde der Friedhof 2003 entwidmet und die Namen der Nazis von den Gräbern entfernt.
Die Steilvorlage für die Nazis war aber von der Justizvollzugsanstallt schon geliefert.
Am 2. August 2008 um 12.00 versammelten sich die Nazis zum dritten mal hintereinander unter dem Schutz der Polizei der B”R”D in Bad Nenndorf, um ihren menschenverachtenden Müll zu verbreiten. Über 400 “volkstreue” Männer und Frauen hatten sich eingefunden, um auf das “Folterlager” der “Besatzer” aufmerksam zu machen, den Abzug aller fremden Truppen zu fordern und das “Lügenbild” der “Besatzer”, die sich als Befreier “aufspielen”,”ins wanken zu bringen”.
Thomas Wulff, der erst am 26.07.2008 bei der “Totenleite” für den SS-Verbrecher Friedhelm Busse eine Reichskriegsflagge des Hitlerregimes auf dessen Sarg abgelegt hatte, eröffnete die Demo. Es folgte der Marsch zum Winklerbad, der mehrmals von der Polizei unterbrochen wurde, weil sich die Nazis nicht an ihre Auflagen hielten. Dort hielt ein Nazi aus der Region eine Rede, in der dieser eine Ge”denk”tafel für die “unschuldigen” 372 Männer und 44 Frauen forderte, die im Winklerbad gefoltert worden wären. Weiter hetzte und drohte dieser: Es könne nicht angehen, dass deutsche Politiker sich in jahrzehntelanges Schweigen einreihen könnten, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Dann hielt der NVU-Nazi Constant Kusters, der sich in den Niederlanden teilweise erfolgreich für Ge”denk”stätten für dort gefallene SS-Verbrecher einsetzt, wieder einmal eine seiner in der ganzen Welt bekannten offen zum Völkermord aufrufenden Hetzreden: “Unsere Bewegung wurde im zweiten Weltkrieg von den Zionisten kaputt gemacht.Die Angloamerikanischen Verbrecher sollen sich schämen, für dass, was sie im Auftrag der Zionisten in Deutschland den Niederlanden und der ganzen Welt getan haben und heute wieder tun. Jeden Tag werden wir angegriffen von dieser Demokratie. Engländer, Amerikaner und Juden verbreiten Lügen über uns, doch eines Tages werden unsere Fahnen wieder wehen.Wir kennen das Volk in Israel und wir kennen ihre Helfershelfer in Amerika und Europa und der ganzen Welt und einmal wird abgerechnet mit diesem Volk und seinen Helfern und Helfershelfern und diesmal richtig. Dann werden wir wieder unserer Väter und Väterväter Lieder singen” usw. Aber im gegensatz zu seinen früheren Hetzreden, ermittelt die Polizei diesmal gegen Kusters und beabsichtigt das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Bückeburg abzugeben.
Zum Abschluss rief ein Andreas Biere noch zu einer Ge”denk”minute für die “Opfer der alliierten Besatzung” in Bad Nenndorf auf, dann folgte der Rüchmarsch zum Bahnhof, wo ein Sven Skoda noch eine kurze Hetzrede hielt. Zum Schluss ergriff ein Ralf Tegehoff das leere Wort. Dieser rief zu einer Ge”denk”minute für den “verdienten Kämpfer um die Freiheit Deutschlands” Friedhelm Busse auf.
Busse meldete sich 1944 nach der “Adolf Hitlerschule” freiwillig zur Waffen-SS und wurde Panzerjäger in der 12.SS Panzerdivision “Hitlerjugend”. !949 – 1952 war er Mitglied der SRP und seit 1952 der DRP. 1953 wurde er wegen Freiheitsberaubung verurteilt. Seit 1963 mischte er im “Südtiroler Freiheitskampf” mit. 1963 wurde er wegen dem Besitz von Dynamit zu drei Monaten Haft verurteilt. Seit 1964 war Busse Leiter des Referates “Sozialpolitik und Gewerkschaften” der NPD. Bis er 1971 eine eigene Nazibande, die “Partei der Arbeit / deutsche Sozialisten” in Krefeld gründete. Die 1975 in “Volkssozialistische Bewegung/PdA” umbenannt wurde. Im gleichen Jahr war er auch Gründungsmitglied der NSDAP/AO. 1983 wurde er wegen Beihilfe zum Bankraub und Verstoß gegen das Waffengesetz zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Nach der Haft ging er zur FAP und wurde dort Bundesvorsitzender. 1992 befand er sich sicher nicht ganz zufällig in Rostock-Lichtenhagen, bei den rassistischen Progromen. Noch vor dem FAP-Verbot 1995, gründete er 1994 die “Kameradschaft Stuttgart”. Bis er 2002 wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole und Volksverhetzung verurteilt wurde, fiel er als Agitator mit Sprüchen wie, “wenn Deutschland judenfrei ist, brauchen wir kein Ausschwitz mehr, die BRD-Gründung war ein krimineller Akt, und der Forderung nach Wiedererichtung der NS-Diktatur auf. Nach seiner erneuten Haft trat er wieder in die NPD ein. Normand Bordin soll er zu seinem “Nachfolger in der Führung im nationalen Widerstand” ernannt haben, bevor er am 23.07.2008 starb und drei Tage später mit der Reichskriegsflagge des Hitlerregimes begraben wurde.
Danach haben erst einmal 30 Nazis, die an seiner “Totenleite” teilgenommen hatten, einen Journalisten zusammengeschlagen.
Die Ge”denk”minute, wurde durch das Singen der ersten Strophe des “Deutschlandliedes” beendet.
Die Nazis hielten das Ganze für einen vollen Erfolg. Nirgendwo werde die Forderung, “Besatzer raus” deutlicher als in Bad Nenndorf. Man sehe sich 2009 wieder auf der Straße.
Einen Prozess gegen Konstant Custers oder gar eine Verurteilung hat es bis heute nicht gegeben.
Bleibt zu hoffen, dass dieses Jahr ernsthaft versucht wird den Naziaufmarsch zu verhindern. Dazu ist es aber auf alle Fälle nötig, dass am Tag des Naziaufmarsches alle antifaschistischen Kräfte dagegen demonstrieren. Das Umzingelungsbündnis in Hannover wäre da sicher ein gutes Vorbild.
Vorwärts, für eine antifaschistische und demokratische Neuorientierung Deutschlands!
Nach dem die westdeutschen Länder und die Administration der westlichen Befreier die westdeutsche Bevölkerung an der Teilnahme der Wahl zum dritten deutschen Volkskongress am 15. und 16. Mai 1949 gehindert hatten, setzten die imperialistischen Militärgouverneure am 16. Mai 1949 das Grundgesetz der so genannten Bundesrepublik Deutschland in Kraft.
An dem Text dieses Grundgesetzes wirkten viele antifaschistische und demokratische Kräft mit, doch seine Schwächen liegen im Detail. So erklärte der KPD Abgeordnete Max Reimann nach der Abstimmung über den Beschluss dieses Gesetzes am 8. Mai 1949, dass er zwar dagegen gestimmt habe, weil dieses Grundgesetz die Teilung Deutschlands besiegele, doch dass die Kommunisten die Ersten seien werden, die es verteidigen werden.
Noch am 23. Mai 1949 konnte der Parlamentarische Rat in Bonn feststellen, dass das Grundgesetz von zwei Dritteln der westdeutschen Länder angenommen worden ist.
Der Klassencharakter dieses Grundgesetzes fällt gleich im ersten Artikel auf, in dem es nicht etwa heisst; die Würde der Menschen ist unantastbar, sondern “die Würde des Menschen ist unantastbar”. Die Würde welches Menschen also antastbar ist und wessen nicht, entscheidet in diesem Staat also die kapitalistische Klassenjustiz. Mit dem Titel, “Die Würde des Menschen ist antastbar”, ist im Wagenbachverlag auch ein Buch der großen westdeutschen Journalistin und Freiheitskämpferin Ulrike Marie Meinhof erschienen, mit vielen Beispielen, die eben diese These bestätigen. Wenn sich die herrschende Bourgeoisie von diesem Grundgesetz dennoch zu stark eingeschränkt fühlt, wird es von den Volksvertetern, dessen Wahlkampf in nicht unmaßgeblicher Weise vom Wohlwollen der Monopolmedien abhängt, vor Missbrauch durch in Anspruchnahme geschützt. Wie die Artikel 12, 16 und 17 beweisen.
Besonders seit dem Fall des antiimperialistischen und antifaschistischen Schutzwalls und der Annexion des ersten antifaschistischen und demokratischen deutschen Staates setzt sich die Diktatur der Bourgeoisie in so einer skrupellosen Weise über die wenigen Grundrechte dieses gar als Verfassung propagierten Gesetzes hinweg, dass die Politik dieses Staates teilweise eher den Machenschaften einer von nationalsozialistischen Wehrwolfgruppen und westalliierten Kollaborateuren in die Welt gesetzten Verbrecherorganisation entsprechen, als dem Handeln eines vorgeblich demokratischen Rechtsstaates. So fanden kurz nach der Annexion der DDR rassistische Pogrome statt, welche die B”R”D als Anlass nahm, das Asylrecht de Facto abzuschaffen. Auch vor völkerrechtswidrigen Angriffskriegen schreckte der deutsche Imperialismus und Militarismus danach nicht mehr zurück.
Da ein Volk, dass andere unterdrückt selbst nicht frei sein kann, wie der Genosse Karl Marx schon sehr richtig erkannte, fanden kurze Zeit später auch die ersten Angriffe der herrschenden Bourgeoisie gegen die Werktätigen und gegen aus dem Produktionsprozess gedrängte Proletarier in Deutschland statt; z.B. Hartz IV. Der sich seit zwei Jahrzehnten permanent verschärfende Lohn-, Demokratie- und Sozialabbau in der annektierten DDR und in Westdeutschland, sowie Deportationen und Krieg sind also eine unmittelbare Folge der Konterrevolution.
Heute fließt das Leben im Geltungsbereich des Grundgesetzes äußerlich ruhig und gleichmäßig dahin, wie in den letzten Jahren des Ancienregimes. Ab und zu verlieren ein paar Soldaten der Bundeswehr im Krieg ihr Leben, aber daran hat sich die Öffentlichkeit schon gewöhnt. Ab und zu empören sich ein paar von Massenentlassungen betroffene oder akut bedrohte Proleten, doch nach wie vor dreht sich alles ums goldene Kalb. In den Konsumbezirken der Städte treffen sich die aus dem Produktionprozess gedrängten und die abgehetzten, von Überstunden und Leistungsdruck geplagten Wertätigen, und wenn diese doch mal ins Gespräch kommen, ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein eher selten angesprochenes Thema.
Wenn deutlich wird, dass die Produktionsverhältnisse den Produktivkräften nicht mehr gerecht werden, werden die Artikel 14. und 15. des Grundgesetzes von den Parlamentariern verhöhnt, Gewinne weiter privatisiert und Verluste dem werktätigen Volk auferlegt.
Doch gehässig, gruselnd und auch schon etwas verängstigt blicken die heimlichen Vorgesetzten der bürgerlichen Parlamentarier, zu deren Gunsten dieses Grungesetz schon so oft geändert wurde auf die vor 20. Jahren einverleibten Systemalternative und fragen sich wie lange sich ihre Welt noch nahe zu ausschließlich um die Profitmaximierung dreht. Wie in Panik vesetzt hetzen die Bonzen und Faschisten in ihren monopolisierten Medien gegen die Symbole des im Oktober 1990 nach Artikel 23 beigetretenen Staates und versuchen zwanghaft alle positiven Erinnerungen an ihn auszulöschen.
Da sich die Bourgeoisie durchaus bewusst ist, dass auch die Konterrevolution vom 28. Juli 1794 nur eine vorrübergehende Niederlage war, sind heute in diesem Staat alle antifaschistischen und demokratischen Kräfte mehr denn je gefordert, die wenigen Grundrechte dieses Gesetzes gegen die Reaktion zu verteidigen, denn die herrschende Klasse wird vor keinem noch so grausamen Verbrechen zurückschrecken, um ihre Macht zu behaupten.
Wie man vermutlich erkennen kann, versuche ich mir eine Website einzurichten. Wenn es klappt, ist das mein erster erfolgreicher Versuch.
Ich möchte hier über politische, historische, soziale und sonstige Themen aus meiner Sicht berichten.
Bei dem Namen dieser Seite habe ich mich von dem Buch von Ilja Ehrenburg “Die Verschwörung der Gleichen” inspirieren lassen. Dort wird beschrieben, wie das Volk in Paris während der großen französischen Revolution, unter einer rostigen Laterne über seine Unterdrücker richtet und wie Babeuf das erlebt hat.
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