Aygül Özkan und die christlichen Traditionen

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Heute wurde im Leineschloss die erste muslimische Ministerin mit hamburger Migrationshintergrund vereidigt.

www.aygueloezkan.de

Obwohl wir in Niedersachsen eigentlich genug Arbeitslose mit Migrationshintergrund haben, ist dies eine grundsätzlich zu begrüßende politische Entwicklung der bourgeoisen Herrschaftsstrukturen. Doch aus ihren politischen  Äußerungen noch vor der Amtseinführung wird deutlich, dass zwischen bürgerlichem und sozialdemokratischem Multikultigeplärre einerseits und proletarischem Internationalismus andererseits Welten liegen.
Zwar sollten religiöse Symbole in staatlichen Einrichtungen und besonders in Schulen nichts zu suchen haben, wie selbst die Klassenjustiz schon sehr richtig erkannt hat; doch genau dies sollte sich aber nur auf die Innen – Architektur selbst beziehen.
Ob sich Schülerinnen und Schüler oder Lehrerinnen und Lehrer ein Kreuz oder einen Shahadaschriftzug oder einen Davidstern um den Hals hängen oder ein Kopftuch tragen, geht die Methöken genau so wenig an wie die First Nations in eben diesen verantwortlichen Positionen!
Wenn sich irgend welche Kolleginnen und Kollegen der Bürgerin Aygül Özkan um die christlichen Traditionen unseres Landes sorgen, dann sollten sie sich lieber für den Erhalt des Leineschlosses und gegen einen Abriss zugunsten eines Neubaus einsetzen.
Schließlich war unser Landtag ursprünglich ein Kloster aus dem zwölften Jahrhundert. So etwas sollte doch schon aus historischen Gründen unbedingt erhalten bleiben.
Dieses Geld solte man lieber in die Infrastruktur und langfristige Arbeitsplätze investieren.
Schon die Welfen wollten diese alte Bausubtanz nach der Reformation erhalten und bauten diese zu einem Schloss aus.
Was die aktuell herrschende Bourgeoisie vermutlich noch mehr abschreckt als den damaligen Feudalismus, ist die Tatsache, dass unser Leineschloss einmal ein Minoritenkloster war,  also in der Tradition der Franziskaner, einem Bettelorden stand. Diese mussten damals schon vorsichtig agieren, weil sie Reichtum ablehnten, was den Protagonisten der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen schon seit Anbeginn des Zerfall der Menschheit in Klassen ein Dorn im Auge war.

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2 Responses to Aygül Özkan und die christlichen Traditionen

  1. antifaschista sagt:

    Und die Christlichen Fundamentalisten sind gleich wieder am Hetzen!

    http://antifaschista.wordpress.com/2010/04/28/fundamentalisten-hetzen/

    Zumal das nichts ungewöhnliches ist, für eine Partei, die sich gerne Rechtsaussen bewegt
    http://www.queer.de/detail.php?article_id=12087

    • Angela sagt:

      Das „spezifische Gottesbild“ von Johannes Neukirch und die „theologische Nichtgleichsetzbarkeit“ von Ulrich Lota erinnern mich wirklich sehr an die arisierung Jesus durch „Geist“liche wie Hossenfelder.
      Sexistische Hasstriaden fürchte ich von der Bürgerin Özkan eher weniger.
      Die hamburger CDU ist in der Frage relativ fortschrittlich, hat sich sogar für einen Schutz sexueller Minderheiten durch das Grundgesetz ausgesprochen gehabt.
      Ich persönlich bin zwar grundsätzlich für eine Gleistellung von Homoehen, halte aber z.B. eine Humanisierung des TSG und einen wesentlich effektiveren Schutz von Transgendern für wesentlich wichtiger.
      https://dierostigelaterne.wordpress.com/2010/01/01/30-jahre-tsg-der-brd/
      Eine besonders große Gefahr sehe ich auch darin, dass Aygül Özkan als „demokratisches“ und „multikulturelles“ Feigenblatt dienen soll für „multikulturelle“ und „demokratische“ Abschiebungen.
      Immerhin zeigt sie eine besondere Bereitschaft zur Opportunität, was für bürgerliche Politiker natürlich nicht ungewöhnlich ist.
      Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die Koalition der hamburger CDU mit der PRO.

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