DKP lädt zum Jahresauftakt ein

21. Januar 2014

 

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Zu ihrem Jahresauftakt 2014 am nächsten Sonnabend lädt die DKP Hannover Freunde, Interessierte und Nachbarinnen und Nachbarn in ihr neu eingerichtetes Büro in Linden-Süd (Göttinger Straße 58/Ecke Behnsenstraße) ein.
In einem Einladungsschreiben an die Nachbarschaft nehmen die unterzeichnenden Kreisvorstandsmitglieder Frank Darguß und Matthias Wietzer auch Bezug auf den kürzlich erfolgten, noch unaufgeklärten Anschlag. Weiterhin heißt es in dem Schreiben:
„Wir möchten uns für den Zuspruch und die solidarischen Worte aus der Nachbarschaft, die uns in diesem Zusammenhang erreicht haben, sehr herzlich bedanken – ebenso für die freundliche Aufnahme hier im Stadtteil. Wir möchten Sie/Euch einladen, am Sonnabend, dem 25. Januar, ab 17 Uhr mit uns gemeinsam den Jahresauftakt 2014 zu begehen. Bei Kaffee und Kuchen, vielleicht auch bei einem kleinen Bier und der musikalischen Begleitung der Gruppe „Agitprop Hannover“, können wir uns zwanglos treffen und im Gespräch näher kennenlernen. Wir freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.“


Anschlag auf DKP Büro in Hannover-Linden: Pflastersteine, Baseballschläger und Brandsätze ersetzen keine Argumente

5. Januar 2014

In der Nacht vom 1. zum 2. Januar wurde auf das DKP Büro in der Göttinger Straße (Linden-Süd) ein Anschlag verübt. Zwei bisher unbekannte Männer, die anschließend mit einem Auto flüchteten, zertrümmerten sieben Fenster des Büros und beschädigten die Eingangstür mit scharfem, spitzen Einbruchwerkzeug massiv. Nur durch die dankenswerte Aufmerksamkeit von Anwohnern, die Geräusche bemerkten und die Polizei alarmierten, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Die Täter sind weiterhin unbekannt, derzeit gibt es keine konkreten Hinweise auf ihre Identität. Der Anschlag auf unser Büro reiht sich jedoch in eine Serie ähnlicher Anschläge in den letzten Wochen und Monaten ein, die sich gegen die Büros anderer Parteien und Jugendorganisationen gerichtet haben und bei denen teilweise auch versucht worden ist, Brände zu legen. Wir erwarten von den zuständigen Polizeiorganen, dass sie diese Taten zügig aufklären und dafür sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Wir halten es für naheliegend, dass diese Anschlagsserie einen neofaschistischen Hintergrund hat. Nach dem behördlichen Verbot der Organisation „Besseres Hannover“ versucht die neofaschistische Szene in Hannover sich mit dem unlängst eröffneten „Thor-Steinar“-Laden einen neuen Kristallisationspunkt zu schaffen. Gegen den Betrieb dieses Ladens gibt es berechtigte anhaltende Proteste, die von einem breiten antifaschistischen Bündnis organisiert werden. Die Mitglieder unserer Partei haben sich an den Aktionen dieses Bündnisses in vielfältiger Art beteiligt.

Wir hüten uns an dieser Stelle vor Spekulationen. Allerdings verschließen wir genauso wenig unsere Augen vor der Gefahr einer zunehmend aggressiven neofaschistischen Szene auch in Hannover. Wir werden weiterhin gemeinsam mit allen Antifaschistinnen und Antifaschisten dieser Stadt den Aktivitäten der Neofaschisten entgegentreten.

 

DKP Presseerklärung

Hannover, den 4.1.2014

 


Happy Birthday Eugeńe Sue

10. Dezember 2011

Am 10. Dezember 1804 wurde der französische Freiheitskämpfer,

der mutige Kämpfer für die Interessen der Werktätigen,

Eugeńe Sue in Paris geboren.

Unser Genosse Friedrich Engels schrieb über ihn:

Bewegungen auf dem Kontinent

The New Moral World« Nr. 32 vom 3. Februar 1844

Der wohlbekannte Roman von Eugène Sue, die »Geheimnisse von Paris«, hat auf die öffentliche Meinung, ganz besonders in Deutschland, tiefen Eindruck gemacht; die eindringliche Art, in der dieses Buch das Elend und die Demoralisierung darstellt, die in großen Städten das Los der »unteren Stände« sind, mußte notwendig die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Lage der Armen im allgemeinen lenken. Wie die »Allgemeine Zeitung«, die deutsche »Times«, schreibt, beginnen die Deutschen zu entdecken, daß sich im Stil der Romanschriftstellerei während der letzten zehn Jahre eine vollkommene Umwälzung vollzogen hat; daß an die Stelle von Königen und Fürsten, die früher die Helden solcher Erzählungen waren, jetzt die Armen getreten sind, die verachtete Klasse, deren gute und böse Schicksale, Freuden und Leiden zum Thema der Romanhandlung gemacht werden; sie kommen endlich dahinter, daß diese neue Klasse von Romanschriftstellern, wie zum Beispiel G. Sand, E. Sue und Boz |Pseudonym für Charles Dickens|, wirklich ein Zeichen der Zeit ist. Die guten Deutschen hatten immer gedacht, daß es Not und Elend nur in Paris und Lyon, in London und Manchester gäbe, und daß Deutschland völlig frei sei von derartigen Auswüchsen der Überzivilisation und des Übermaßes an Industrie. Jetzt aber beginnen sie zu sehen, daß auch sie ein beträchtliches Maß sozialer Leiden aufzuweisen haben; die Berliner Zeitungen gestehen, daß das »Voigtland« ihrer Stadt in dieser Hinsicht nicht hinter St. Giles oder sonstigen Wohnstätten der Parias der Zivilisation zurücksteht; sie gestehen, daß zwar Gewerkschaften und Streiks bisher in Deutschland unbekannt geblieben seien, aber Hilfe dennoch sehr notwendig wäre, um das Auftreten ähnlicher Erscheinungen bei ihren eigenen Landsleuten zu vermeiden, Dr. Mundt, Dozent an der Berliner Universität, hat eine Serie öffentlicher Vorlesungen über die verschiedenen Systeme der sozialen Neugestaltung begonnen; und wenn er auch nicht der Mann ist, sich über solche Dinge ein richtiges und unparteiisches Urteil zu bilden, so müssen diese Vorlesungen doch sehr förderlich sein. Man kann sich leicht vorstellen, wie günstig dieser Zeitpunkt für den Beginn einer ausgedehnteren sozialen Agitation in Deutschland ist, und welche Wirkung eine neue Zeitschrift haben wird, die für durchgreifende Sozialreform eintritt. Eine solche Zeitschrift ist in Paris unter dem Titel »Deutsch-Französische Jahrbücher« gegründet worden; ihre Herausgeber, Dr. Ruge und Dr. Marx, gehören ebenso wie die übrigen Mitarbeiter zu den »gelehrten Kommunisten« Deutschlands und werden unterstützt von den angesehensten sozialistischen Schriftstellern Frankreichs. Für die Herausgabe der Zeitschrift, die monatlich erscheinen und französische wie deutsche Artikel enthalten soll, hätte wahrhaftig kein günstigerer Zeitpunkt gewählt werden können, und ihr Erfolg darf als gewiß gelten, noch ehe die erste Nummer erscheint.

Karl Marx/ Friedrich Engels – Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 1. Berlin/DDR. 1976. S. 479-498.

Hoch die internationale Solidarität!


Kumyagang-Kraftwerk im Abschlussstadium

16. August 2010

Vor-Ort-Anleitung des Bauplatzes des im Abschlussstadium befindlichen
Kumyagang-Kraftwerkes Armee und Volk

Kim Jong Il, Generalsekretär der PdAK, Vorsitzender des Verteidigungskomitees

der DVRK und Oberster Befehlshaber der KVA, leitete den oben erwähnten Bauplatz vor Ort an.

Er hörte vor der Karte der Gesamtansicht des Kraftwerkes eine Erläuterung an und erkundigte sich beim Rundgang durch viele Orte des Bauplatzes in seinem Endstadium eingehend danach, wie die Bauarbeit vorangetrieben wird.

Beim Anblick der großen Talsperre, eines künstlichen Sees und großer Generatoren drückte er seine große Zufriedenheit damit aus, dass das oben erwähnte Kraftwerk, ein weiteres immer währendes Reichtum, als Schaffenswerk des Songun-Zeitalters hervorragend errichtet wurde.

Er meinte, dass Armeeangehörige und Bauarbeiter trotz schwieriger Bedingungen den Bau des großen Kraftwerkes, die Bauarbeit für die Umgestaltung der Natur, aus eigener Kraft erfolgreich beendet haben; er fuhr fort, diese Wundertat sei eine stolzerfüllte Demonstration der unbesiegbaren Einheit und Geschlossenheit unserer Armee und unseres Volkes, die mit dem Führer ein in sich vollendetes Ganzes bilden, und des großen Potenzials der selbstständigen Nationalwirtschaft und ein weiterer großer Sieg unseres Volkes im Kampf dafür, die Machenschaften der Imperialisten zur Isolierung und Strangulierung kühn zu vereiteln und dem Sozialismus unserer Prägung mit den Volksmassen im Mittelpunkt weiteren Glanz zu verleihen.

Er sah sich die Bilder und Sammelungen von Werken an, die von Armeeangehörigen und Mitgliedern der Stoßabteilungen geschaffen wurden, und hörte sich zahlreiche schöne Geschichten an, die unter ihnen zur Blüte kamen.

Kim Jong Il erwähnte, dieses Kraftwerk sei bei der Realisierung der Elektrifizierung des Landes von großer Bedeutung, und stellte Aufgaben bei der Beschleunigung der Bauarbeiten.

Er bemerkte, dass das obige Kraftwerk ein wertvoller Reichtum für alle Zeiten sei, der den heranwachsenden Generationen zu überliefern ist, und daher gewissenhaft gebaut werden müsse, sodass es auch in der fernen Zukunft keinen Anlass zu Beanstandungen gebe; er unterstrich, es sei unerlässlich, der Gewährleistung der Qualität der Bauwerke auf höchstem Niveau weiterhin große Aufmerksamkeit zu schenken.

Kim Jong Il drückte seine Erwartung und Überzeugung davon aus, dass die hiesigen Erbauer bei der Bauarbeit eine Wende herbeiführen und so ihre Ehre als Sieger hervorragend erstrahlen lassen werden, und ließ sich mit ihnen zum Andenken fotografieren.

http://www.kcckp.net/de/news/news_view.php?22+1158


SPD back to Marx?

7. April 2010

https://i0.wp.com/www.endstation-rechts.de/images/stories/bilder/landtag/spd-fraktion/mathiasbrodkorb.jpg

Der SPD Landtagsabgeordnete Mathias Brodkorb hat einen frühen Text unseres Genossen Karl Marx analysiert.

Dies ist ein sehr guter Artikel; besonders wenn man bedenkt, dass er von einem Mitglied der heutigen SPD verfasst wurde:

http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=4256:zur-judenfrage-war-marx-antisemit?&Itemid=618

http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=4683:zur-judenfrage-war-karl-marx-ein-antisemit?-teil-2&Itemid=618

Natürlich „hasste“, wenn man dieses Wort schon verwenden will, der Genosse Karl Marx nicht die Kapitalisten sondern wenn überhaupt nur den Kapitalismus. In seinem großartigen Werk, Das Kapital stellt er in seiner typischen Genialität fest, das der Kapitalist in diesem System, bei Strafe des eigenen Untergangs dazu verdammt ist, ein größerer Ausbeuter als sein Konkurent zu sein. Wenn man auf politisch korrekt machen will, muss man heute natürlich Mitbewerber sagen/schreiben.
Was die Haltung unseres Genossen zur „Judenfrage“ angeht, so kann man dies eigentlich anhand einer Stelle dort schon deutlich machen:Der Jude der als ein besonderes Glied in der bürgerlichen Gesellschaft steht, ist nur die
besondere Erscheinung von dem Judentum der bürgerlichen Gesellschaft. (…)
Aus ihren Eingeweiden erzeugt die bürgerliche Gesellschaft fortwährend den Juden.“
Die herrschende Bourgeoisie braucht den Juden oder sonst wen als Sündenbock, ist natürlich auch eine Metapher aus der Tora, für ihre eigene permanente, systembedingte, kriminelle Energie.
Moses war Jahrhunderte vor Spartacus und Jahrtausende vor Müntzer, bis zur Oktoberrevolution 1917 der einzige erfolgreiche Revolutionär. Nur war es damals auf Grund der Entwicklung der Produktivkräfte noch nicht möglich, eine Klassenlose Gesellschaft aufzubauen. Deshalb griffen die Juden auf die Ideologie des Echnaton zurück.
Siegmund Freud vermutete ja, dass sie auch Moses ermordet haben, genau wie gemeinsam mit den römischen Imperialisten auch Jesus.
Dies halte ich auch für wahrscheinlich.
Schließlich haben die Deutschen ja auch Müntzer, Liebknecht, Luxemburg, Thälmann, Meinhoff und viele andere ermordet, weil ihre Herrschenden die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen aufrechterhalten wollten.

Das ist eben der Fluch des Echnaton.

Hoffentlich wird sich die SPD auch in ihrer sonstigen Politik wieder auf ihre Wurzeln beziehen, back to August Bebel, Wilhelm Liebknecht, etc..

Exzerpte aus: Karl Marx (1844): Zur Judenfrage
in: Deutsch-französische Jahrbücher, Leipzig (Reclam) 1981
S.270:
Hat der Standpunkt der politischen Emanzipation das Recht, (…) vom Menschen überhaupt
die Aufhebung der Religion zu verlangen?
5.272:
Die politische Emanzipation von der Religion ist nicht die durchgeführte, die widerspruchs-
lose Emanzipation von der Religion, weil die politische Emanzipation nicht die durchge-
führte, die widerspruchslose Weise der menschlichen Emanzipation ist.
S.273f:
Es folgt ferner, dass der Mensch auf einem Umweg durch ein Medium, wenn auch durch ein
notwendiges Medium sich befreit,- indem er sich politisch befreit. (…) Die Religion ist eben
die Anerkennung des Menschen auf einem Umweg. Durch einen Mittler. Der Staat ist der
Mittler zwischen dem Menschen und der Freiheit des Menschen. Wie Christus der Mittler ist,
dem der Mensch seine ganze Göttlichkeit, seine ganze religiöse Befangenheit aufbürdet, so ist
der Staat der Mittler, in den er seine ganze Ungöttlichkeit, seine ganze menschliche
Unbefangenheit verlegt. Die politische Erhebung über die Religion teilt alle Mängel und alle
Vorzüge der politischen Erhebung überhaupt. Der Staat als Staat annulliert z.B. das
Privateigentum, der Mensch erklärt auf politische Weise das Privateigentum für aufgehoben,
(…) Ist das Privateigentum nicht ideell aufgehoben, wenn der Nichtbesitzende zum
Gesetzgeber des Besitzenden geworden ist? (…) Dennoch ist mit der politischen Annullation
des Privateigentums das Privateigentum nicht nur nicht aufgehoben, sondern vorausgesetzt.
(…)
Der vollendete politische Staat [= die Demokratie] ist seinem Wesen nach das Gattungsleben
des Menschen im Gegensatz zu seinem materiellen Leben. Alle Voraussetzungen dieses
egoistischen Lebens bleiben ausserhalb der Staatssphäre in der bürgerlichen Gesellschaft
bestehen, aber als Eigenschaften der bürgerlichen Gesellschaft. Wo der politische Staat seine
wahre Ausbildung erreicht hat, führt der Mensch nicht nur im Gedanken, im Bewusstsein,
sondern in der Wirklichkeit, im Leben ein doppeltes, ein himmlisches und ein irdisches Leben,
das Leben im politischen Gemeinwesen, worin er sich als Gemeinwesen gilt, und das Leben in
der bürgerlichen Gesellschaft, worin er als Privatmensch tätig ist, die anderen Menschen als
Mittel betrachtet, sich selbst zum Mittel herabwürdigt und zum Spielball fremder Mächte
wird. Der politische Staat verhält sich ebenso spiritualistisch zur bürgerlichen Gesellschaft
wie der Himmel zur Erde. Er steht in demselben Gegensatz zu ihr, er überwindet sie in
derselben Weise wie die Religion die Beschränktheit der profanen Welt, d.h., indem er sie
ebenfalls wieder anerkennen, herstellen, sich selbst von ihr beherrschen lassen muss. Der
Mensch in seiner nächsten Wirklichkeit, in der bürgerlichen Gesellschaft, ist ein profanes
Wesen. Hier, wo er als wirkliches Individuum sich selbst und anderen gilt, ist er eine unwahre
Erscheinung. In dem Staat dagegen, wo der Mensch als Gattungswesen gilt, ist er das
imaginäre Glied einer eingebildeten Souveränität, ist er seines wirklichen individuellen
Lebens beraubt und mit einer unwirklichen Allgemeinheit erfüllt.
S.275 f:
Die Differenz zwischen dem religiösen Menschen und dem Staatsbürger ist die Differenz
zwischen dem Kaufmann und dem Staatsbürger, zwischen dem Taglöhner und dem
Staatsbürger, zwischen dem Grundbesitzer und dem Staatsbürger, zwischen dem lebendigen
Individuum und dem Staatsbürger. Der Widerspruch, in dem sich der religiöse Mensch mit
dem politischen Menschen befindet, ist derselbe Widerspruch, in welchem sich der Bourgeois
mit dem Citoyen, in welchem sich das Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft mit seiner
politischen Löwenhaut befindet.
Diesen weltlichen Widerstreit, auf welchen sich die Judenfrage schliesslich reduziert, das
Verhältnis des politischen Staates zu seinen Voraussetzungen, mögen dies nun materielle
Momente sein, wie das Privateigentum etc., oder geistige, wie Bildung, Religion, den
Widerstreit zwischen dem allgemeinen Interesse und dem Privatinteresse, die Spaltung
zwischen dem politischen Staat und der bürgerlichen Gesellschaft, diese weltlichen
Gegensätze lässt [der linkshegelianische Kritische Kritiker Bruno] Bauer bestehen, während
er gegen ihren religiösen Ausdruck polemisiert.
S.276f:
Die politische Emanzipation ist allerdings ein großer Fortschritt; sie ist zwar nicht die letzte
Form der menschlichen Emanzipation überhaupt, aber sie ist die letzte Form der
menschlichen Emanzipation innerhalb der bisherigen Weltordnung. Es versteht sich: wir
sprechen hier von wirklicher, von praktischer Emanzipation.
Der Mensch emanzipiert sich politisch von der Religion, indem er sie aus dem öffentlichen
Recht in das Privatrecht verbannt. Sie ist nicht mehr der Geist des Staats, wo der Mensch —
wenn auch in beschränkter Weise, unter besonderer Form und in einer besonderen Sphäre —
sich als Gattungswesen verhält, in Gemeinschaft mit anderen Menschen; sie ist zum Geist der
bürgerlichen Gesellschaft geworden, der Sphäre des Egoismus, des bellum omnium contra
omnes [Krieg aller gegen alle]. Sie ist nicht mehr das Wesen der Gemeinschaft, sondern das
Wesen des Unterschieds. Sie ist zum Ausdruck der Trennung des Menschen von seinem
Gemeinwesen, von sich und den anderen Menschen geworden — was sie ursprünglich war.
(…) Sie ist unter die Zahl der Privatinteressen hinabgestoßen und aus dem Gemeinwesen als
Gemeinwesen exiliert.
Aber man täusche sich nicht über die Grenze der politischen Emanzipation. Die Spaltung des
Menschen in den öffentlichen und den Privatmenschen, die Dislokation [= Versetzung] der
Religion aus dem Staat in die bürgerliche Gesellschaft, sie ist nicht eine Stufe, sie ist die
Vollendung der politischen Emanzipation, die also die wirkliche Religiosität des Menschen
ebensowenig aufhebt als aufzuheben strebt.
S.277:
Die Zersetzung des Menschen (…) in den religiösen Menschen und den Staatsbürger, diese
Zersetzung (…) ist keine Umgehung der politischen Emanzipation, sie ist die politische
Emanzipation selbst, sie ist die politische Weise, sich von der Religion zu emanzipieren.
Allerdings:
In Zeiten, wo der politische Staat als politischer Staat [= radikale Demokratie: in der
Jakobiner-Diktatur der Französischen Revolution, die hier gemeint ist] gewaltsam aus der
bürgerlichen Gesellschaft heraus geboren wird, wo die menschliche Selbstbefreiung unter der
Form der politischen Selbstbefreiung sich zu vollziehen strebt, kann und muss der Staat bis
zur Aufhebung der Religion, bis zur Vernichtung der Religion fortgehen, aber nur so, wie er
zur Aufhebung des Privateigentums, zum Maximum [gesetzlich festgelegte Höchstpreise], zur
Konfiskation, zur progressiven Steuer, wie er zur Aufhebung des Lebens, zur Guillotine
fortgeht. In den Momenten seines besonderen Selbstgefühls sucht das politische Leben seine
Voraussetzung, die bürgerliche Gesellschaft und ihre Elemente, zu erdrücken und sich als .das
wirkliche, widerspruchslose Gattungsleben des Menschen zu konstituieren. Es vermag dies
indes nur durch gewaltsamen Widerspruch gegen seine eigenen Lebensbedingungen, nur
indem es die [politische, demokratische] Revolution für permanent erklärt, und das politische
Drama endet daher ebenso notwendig mit der Wiederherstellung der Religion, des
Privateigentums, aller Elemente der bürgerlichen Gesellschaft, wie der Krieg mit dem Frieden
endet.
S.278ff:
Der Staat [ist in seiner Vollendung als Demokratie] die wirkliche Ausführung des
menschlichen Grundes der Religion, (…) [und darin, dass] der vollendete Staat wegen des
Mangels, der im allgemeinen Wesen des Staates liegt, die Religion unter seine
Voraussetzungen zählt, (…) zeigt sich die Unvollkommenheit selbst der vollendeten Politik in
der Religion. (…)
Der demokratische Staat, der wirkliche Staat, bedarf nicht der Religion zu seiner politischen
Vervollständigung. Er kann vielmehr von der Religion abstrahieren, weil in ihm die
menschliche Grundlage der Religion auf weltliche Weise ausgeführt ist. (…)
Aber der religiöse Geist kann auch nicht wirklich verweltlicht werden, denn was ist er selbst,
als die unweltliche Form einer Entwicklungsstufe des menschlichen Geistes? Der religiöse
Geist kann nur verwirklicht werden, insofern die Entwicklungsstufe des menschlichen
Geistes, deren religiöser Ausdruck er ist, in ihrer weltlichen Form heraustritt und sich
konstituiert. Dies geschieht im demokratischen Staat. Nicht das Christentum, sondern der
menschliche Grund des Christentums ist der Grund dieses Staates. Die Religion bleibt das
ideale, unweltliche Bewusstsein seiner Glieder, weil sie die ideale Form der menschlichen
Entwicklungsstufe ist, die in ihm durchgeführt wird.
Religiös sind die Glieder des politischen Staats durch den Dualismus zwischen dem
individuellen und dem Gattungsleben, zwischen dem Leben der bürgerlichen Gesellschaft und
dem politischen Leben; religiös, indem der Mensch sich zu dem seiner wirklichen
Individualität jenseitigen Staatsleben als seinem wahren Leben verhält; religiös, insofern die
Religion hier der Geist der bürgerlichen Gesellschaft, der Ausdruck der Trennung und der
Entfernung des Menschen vom Menschen ist.
Christlich ist die politische Demokratie, indem in ihr der Mensch, nicht nur ein Mensch,
sondern jeder Mensch, als souveränes. als höchstes Wesen gilt, aber der Mensch (…), wie er
durch die ganze Organisation unserer Gesellschaft … sich selbst verloren, veräussert, unter die
Herrschaft unmenschlicher Verhältnisse und Elemente gegeben ist, mit einem Wort. der
Mensch, der noch kein wirkliches Gattungswesen ist. Das Fantasiegebilde, der Traum, das
Postulat des Christentums, die Souveränität des Menschen, aber als eines fremden, von dem
wirklichen Menschen unterschiedenen Wesens, ist in der Demokratie sinnliche Wirklichkeit,
Gegenwart, weltliche Maxime.
S.282:
Das religiöse und theologische Bewusstsein selbst gilt sich in der vollendeten Demokratie um
so religiöser, um so theologischer, als es scheinbar ohne politische Bedeutung, ohne irdische
Zwecke, Angelegenheit des weltscheuen Gemütes, Ausdruck der Verstandes-Borniertheit,
Produkt der Willkür und der Fantasie, als es ein wirklich jenseitiges Leben ist. (…) Das
religiöse Bewusstsein schweigt [hier, in der vollendeten Demokratie,] in dem Reichtum des
religiösen Gegensatzes und der religiösen Mannigfaltigkeit.
Wir haben also gezeigt: Die politische Emanzipation von der Religion lässt die Religion
bestehen, wenn auch keine privilegierte Religion. (…) Die Emanzipation des Staates von der
Religion ist nicht die Emanzipation des wirklichen Menschen von der Religion.
S.283ff:
Betrachten wir einen Augenblick die sogenannten Menschenrechte (…) Die droits de
l‘homme, die Menschenrechte, werden als solche unterschieden von den droits du citoyen,
von den Staatsbürgerrechten. Wer ist der vom citoyen [= politischer, Staats-Bürger]
unterschiedene homme [=Mensch]? Niemand anders als das Mitglied der bürgerlichen
Gesellschaft. Warum wird das Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft, ´Mensch‘, Mensch
schlechthin, warum werden seine Rechte Menschenrechte genannt? Woraus erklären wir dies
Faktum? Aus dem Verhältnis des politischen Staats zur bürgerlichen Gesellschaft, aus dem
Wesen der politischen Emanzipation.
Vor allem konstatieren wir die Tatsache, dass die sogenannten Menschenrechte, die droits de
l‘homme im Unterschied von den droits du citoyen, nichts anderes sind als die Rechte des
Mitglieds der bürgerlichen Gesellschaft, d.h. des egoistischen Menschen, des vom Menschen
und vom Gattungswesen getrennten Menschen. (…)
Worin besteht die liberté ? (…) Es handelt sich um die Freiheit des Menschen als isolierter auf
sich zurückgezogener Monade. (…) Aber das Menschenrecht der Freiheit basiert nicht auf der
Verbindung des Menschen mit dem Menschen, sondern auf der Absonderung des Menschen
von dem Menschen. Es ist das Recht dieser Absonderung, das Recht des beschränkte, auf sich
beschränkten Individuums. Die praktische Nutzanwendung des Menschenrechts der Freiheit
ist das Menschenrecht des Privateigentums.
S.286f:
Das Menschenrecht des Privateigentums ist (…) das Recht des Eigennutzes. Jene individuelle
Freiheit, wie diese Nutzanwendung derselben, bilden die Grundlage der bürgerlichen
Gesellschaft. Sie lässt jeden Menschen im anderen Menschen nicht die Verwirklichung
sondern vielmehr die Schranke seiner Freiheit finden. (…)
Die égalité, hier in ihrer nichtpolitischen Bedeutung, ist nichts anderes als die Gleichheit der
oben beschriebenen liberté nämlich: dass jeder Mensch gleichmäßig als solche auf sich
ruhende Monade betrachtet wird. (…)
Und die súreté ? (…) Die Sicherheit ist der höchste soziale Begriff der bürgerlichen
Gesellschaft, der Begriff der Polizei, dass die ganze Gesellschaft nur da ist, um jedem ihrer
Glieder die Erhaltung seiner Person, seiner Rechte und seines Eigentums zu garantieren.
Hegel nennt in diesem Sinn die bürgerliche Gesellschaft “den Not- und Verstandesstaat“ [G.
WF.Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts. §183]. Durch den Begriff der Sicherheit
erhebt sich die bürgerliche Gesellschaft nicht über ihren Egoismus. Die Sicherheit ist
vielmehr die Versicherung ihres Egoismus.
Keines der sogenannten Menschenrechte geht also über den egoistischen Menschen hinaus,
über den Menschen, wie er Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft, nämlich auf sich, auf sein
Privatinteresse und seine Privatwillkür zurückgezogenes und vom Gemeinwesen
abgesondertes Individuum ist. Weit entfernt, dass der Mensch in ihnen als Gattungswesen
aufgefasst wurde, erscheint vielmehr das Gattungsleben selbst, die Gesellschaft, als ein den
Individuen äusserlicher Rahmen, als Beschränkung ihrer ursprünglichen Selbständigkeit. Das
einzige Band, das sie zusammenhält, ist die Naturnotwendigkeit, das Bedürfnis und das
Privatinteresse, die Konservation ihres Eigentums und ihrer egoistischen Person.
S.2 88ff:
Die politische Revolution ist die Revolution [bloß innerhalb in Hegels Sinne:] der
bürgerlichen Gesellschaft. (…) Die politische Revolution, welche (…) die
Staatsangelegenheiten zu Volksangelegenheiten erhob, welche den politischen Staat als
allgemeine Angelegenheit, d.h. als wirklichen Staat [= moderne demokratische Republik]
konstituierte, (…) zerschlug die bürgerliche Gesellschaft in ihre einfachen Bestandteile,
einerseits in die Individuen, andererseits in die materiellen und geistigen Elemente, welche
den Lebensinhalt, die bürgerliche Situation dieser Individuen bilden. Sie entfesselte den
politischen Geist, (…) befreite ihn von seiner Vermischung mit dem bürgerlichen Leben und
konstituierte ihn als die Sphäre des Gemeinwesens, der allgemeinen Volksangelegenheit in
idealer Unabhängigkeit von jenen besonderen Elementen des bürgerlichen Lebens. Die
bestimmte Lebenstätigkeit und die bestimmte Lebenssituation sanken zu einer nur
individuellen Bedeutung herab. (…) Die öffentliche Angelegenheit als solche ward vielmehr
zur allgemeinen Angelegenheit jedes Individuums und die politische Funktion zu seiner
allgemeinen Funktion.
Allein die Vollendung des Idealismus des Staats war zugleich die Vollendung des
Materialismus der bürgerlichen Gesellschaft.
(…) aufgelöst in ihren Grund, in den Menschen aber in den Menschen, wie er wirklich ihr
Grund war, in den egoistischen Menschen.
Dieser Mensch, das Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft, ist nun die Basis, die
Voraussetzung des politischen Staats [= der modernen Demokratie]. Er ist von ihm als solche
anerkannt in den Menschenrechten.
Die Freiheit des egoistischen Menschen und die Anerkennung dieser Freiheit ist aber
vielmehr die Anerkennung der zügellosen Bewegung der geistigen und materiellen Elemente,
welche seinen Lebensinhalt bilden.
Der Mensch wurde daher nicht von der Religion befreit, er erhielt die Religionsfreiheit. Er
wurde nicht vom Eigentum [= Privateigentum an den Produktions- und Lebensbedingungen]
befreit. Er erhielt die Freiheit des Eigentums. (…)
S.290f (= MEW 1, S. 369f):
Die Konstitution des politischen Staats und die Auflösung der bürgerlichen Gesellschaft in die
unabhängigen Individuen – deren Verhältnis das Recht ist, wie das Verhältnis der Standes-
und Innungsmenschen das Privilegium war – vollzieht sich in einem und demselben Akt. Der
Mensch, wie er Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft ist, der unpolitische Mensch, erscheint
aber notwendig als der natürliche Mensch. Die droits de l‘homme [Menschenrechte]
erscheinen als droits naturels [Naturrechte], denn die selbstbewusste Tätigkeit konzentriert
sich auf den politischen Akt Der egoistische Mensch ist das passive, nur vorgefundene
Resultat der aufgelösten Gesellschaft, Gegenstand der unmittelbaren Gewissheit, also
natürlicher Gegenstand. Die politische Revolution löst das bürgerliche Leben in seine
Bestandteile auf, ohne diese Bestandteile selbst zu revolutionieren und der Kritik zu
unterwerfen. Sie verhält sich zur bürgerlichen Gesellschaft, zur Welt der Bedürfnisse, der
Arbeit, der Privatinteressen, des Privatrechts als zur Grundlage ihres Bestehens, als zu einer
nicht weiter begründeten Voraussetzung daher als zu ihrer Naturbasis Endlich gilt der
Mensch, wie er Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft ist, für den eigentlichen Menschen, für
den homme im Unterschied zu dem citoyen, weil er der Mensch in seiner sinnlichen
individuellen nächsten Existenz ist, während der politische Mensch nur der abstrahierte,
künstliche Mensch ist, der Mensch als eine allegorische[= gleichnishafte], moralische Person.
Der wirkliche Mensch ist erst in der Gestalt des egoistischen Individuums, der wahre Mensch
erst in der Gestalt des abstrakten citoyen anerkannt.
(…)
Alle Emanzipation ist Zurückführung der menschlichen Welt, der Verhältnisse, auf den
Menschen selbst.
Die politische Emanzipation ist die Reduktion des Menschen, einerseits auf das Mitglied der
bürgerlichen Gesellschaft, auf das egoistische unabhängige Individuum, andererseits auf den
Staatsbürger, auf die moralische Person.
Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich
zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner
individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst
wenn der Mensch seine forces propres [= seine eigenen Kräfte, Wesenskräfte] als
gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht
mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche
Emanzipation vollbracht.
S.292ff:
[Der linkshegelianistische Kritische Kritiker Bruno]Bauer verwandelt (…) die Frage von der
Judenemanzipation in eine rein religiöse Frage. (…) Bauer fasst das ideale abstrakte Wesen
des luden, seine Religion als sein ganzes Wesen. (…)
Wir versuchen, die theologische Fassung der Frage zu brechen. Die Frage nach der
Emanzipationsfähigkeit des Juden verwandelt sich uns in die Frage, welches besondere
gesellschaftliche Element zu überwinden sei, um das Judentum aufzuheben ? Denn die
Emanzipationsfähigkeit des heutigen Juden ist das Verhältnis des Judentums zur
Emanzipation der heutigen Welt. Dies Verhältnis ergibt sich notwendig aus der besonderen
Stellung des Judentums in der heutigen geknechteten Welt.
Betrachten wir den wirklichen weltlichen Juden, nicht den Sabbatsjuden, wie Bauer es tut,
sondern den Alltagsjuden
Suchen wir das Geheimnis des Juden nicht in seiner Religion, sondern suchen wir das
Geheimnis der Religion im wirklichen Juden.
Welches ist der weltliche Grund des Judentums ? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz
Welches ist der weltliche Kultus des Juden ? Der Schacher. Welches ist sein wirklicher Gott?
Das Geld.
Nun wohl! Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld, also vom praktischen, realen
Judentum, wäre die Selbstemanzipation unserer Zeit.
Eine Organisation der Gesellschaft, welche die Voraussetzungen des Schachers, also die
Möglichkeit des Schachers aufhöbe, hätte den Juden unmöglich gemacht. Sein religiöses
Bewusstsein würde wie ein fader Dunst in der wirklichen Lebensluft der Gesellschaft sich
auflösen. Andererseits: wenn der Jude dies sein praktisches Wesen als nichtig erkennt und an
seiner Aufhebung arbeitet, arbeitet er aus seiner bisherigen Entwicklung heraus, an der
menschlichen Emanzipation schlechthin und kehrt sich gegen den höchsten praktischen
Ausdruck der menschlichen Selbstentfremdung.
Wir erkennen also im Judentum ein allgemeines gegenwärtiges antisoziales Element, welches
durch die geschichtliche Entwicklung, an welcher die Juden in dieser schlechten Beziehung
eifrig mitgearbeitet, auf seine jetzige Höhe getrieben wurde, auf eine Höhe, auf welcher es
sich notwendig auflösen muss.
S.294f:
Der Jude hat sich auf jüdische Weise emanzipiert, nicht nur, indem er sich die Geldmacht
angeeignet, sondern indem durch ihn und ohne ihn das Geld zur Weltmacht und der
praktische Judengeist zum praktischen Geist der christlichen Völker geworden ist. Die Juden
haben sich insoweit emanzipiert, als die Christen zu Juden geworden sind. (…)
Der Widerspruch, in welchem die praktische politische Macht des Juden zu seinen politischen
Rechten steht, ist der Widerspruch der Politik und Geldmacht überhaupt. Während die erstere
ideal über der zweiten steht, ist sie in der Tat zu ihrer Leibeigenen geworden. (…).
Der Jude, der als ein besonderes Glied in der bürgerlichen Gesellschaft steht, ist nur die
besondere Erscheinung von dem Judentum der bürgerlichen Gesellschaft. (…)
Aus ihren Eingeweiden erzeugt die bürgerliche Gesellschaft fortwährend den Juden.
S.296f:
Welches war an und für sich die Grundlage der jüdischen Religion.? Das praktische
Bedürfnis, der Egoismus. [Karl Marx folgt hier dem materialistischen Religionskritiker
Ludwig Feuerbach, der in Das Wesen des Christentums den Begriff der Praxis noch a!s
pragmatisch-utilitaristisch fasst: ‘Aber der Utilismus, der Nutzen ist die wesentliche
Anschauung des Judentums.“ Der Juden “Prinzip, ihr Gott ist das praktische Prinzip von der
Welt – der Egoismus (…)“] (…)
Das praktische Bedürfnis, der Egoismus ist das Prinzip der bürgerlichen Gesellschaft und tritt
rein als solches hervor, sobald die bürgerliche Gesellschaft den politischen Staat vollständig
aus sich herausgeboren. Der Gott des praktischen Bedürfnisses und Eigennutzes ist das Geld
S.296:
Das Geld ist der eifrige Gott Israels, vor welchem kein anderer Gott bestehen darf. Das Geld
erniedrigt alle Götter des Menschen – und verwandelt sie in eine Ware. Das Geld ist der
allgemeine, für sich selbst konstituierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die
Menschenwelt wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt. Das Geld ist das dem
Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dies fremde Wesen
beherrscht ihn, und er betet es an.
Der Gott der Juden hat sich verweltlicht, er ist zum Weltgott geworden. Der Wechsel ist der
wirkliche Gott des Juden. Sein Gott ist nur der illusorische Wechsel. (…)
Was in der jüdischen Religion abstrakt liegt, die Verachtung der Theorie, der Kunst, der•
Geschichte, des Menschen als Selbstzweck, das ist der wirkliche bewusste Standpunkt, die
Tugend des Geldmenschen. Das Gattungsverhältnis selbst, das Verhältnis von Mann und
Weib etc. wird zu einem Handelsgegenstand! Das Weib wird verschachert.
Die chimärische Nationalität des Juden ist die Nationalität des Kaufmanns, überhaupt des
Geldmenschen.
S.297ff:
Das Judentum erreicht seinen Höhepunkt mit der Vollendung. der bürgerlichen Gesellschaft;
aber die bürgerliche Gesellschaft vollendet sich erst in der christlichen Welt. Nur unter der
Herrschaft des Christentums, welche alle nationalen, natürlichen, sittlichen, theoretischen
Verhältnisse dem Menschen äusserlich macht, konnte die bürgerliche Gesellschaft sich
vollständig vom Staatsleben trennen, alle Gattungsbande des Menschen zerreissen, den
Egoismus, das eigennützige Bedürfnis an die Stelle dieser Gattungsbande setzen, die
Menschenwelt in eine Welt atomistischer, feindlich sich gegenüberstehender Individuen
auflösen.
Das Christentum ist aus dem Judentum entsprungen. Es hat sich wieder in das Judentum
aufgelöst. Das Christentum hatte das reale Judentum nur zum Schein überwunden. Es war zu
vornehm, zu spiritualistisch, um die Roheit des praktischen Bedürfnisses anders als durch die
Erhebung in die blaue Luft zu beseitigen.
Das Christentum ist der sublime Gedanke des Judentums, das Judentum ist die gemeine
Nutzanwendung des Christentums, aber diese Nutzanwendung konnte erst zu einer
allgemeinen werden, nachdem das Christentum als die fertige Religion die Selbstentfremdung
des Menschen von sich und der Natur theoretisch vollendet hatte.
Nun erst konnte das Judentum zur allgemeinen Herrschaft gelangen und den entäusserten
[hier noch wie bei Hegel = entfremdeten] Menschen, die entäusserte Natur zu veräusserbaren,
verkäuflichen, der Knechtschaft des egoistischen Bedürfnisses, dem Schacher
anheimgefallenen Gegenständen machen.
Die Veräusserung ist die Praxis der Entäusserung [= Entfremdung]. Wie der Mensch, solange
er religiös befangen ist, sein Wesen nur zu vergegenständlichen weiss, indem er es zu einem
fremden fantastischen Wesen macht, so kann er sich unter der Herrschaft des egoistischen
Bedürfnisses nur praktisch betätigen, nur praktische Gegenstände erzeugen, indem er seine
Produkte, wie seine Tätigkeit, unter die Herrschaft eines fremden Wesens stellt und ihnen die
Bedeutung eines fremden Wesens – des Geldes – verleiht.
Wir erklären die Zähigkeit des Juden nicht aus seiner Religion, sondern vielmehr aus dem
menschlichen Grund seiner Religion, dem praktischen [=utilitaristischen] Bedürfnis, dem
Egoismus. Weil das reale Wesen des Juden in der bürgerlichen Gesellschaft sich allgemein
verwirklicht, verweltlicht hat, darum konnte die bürgerliche Gesellschaft den Juden nicht von
der Unwirklichkeit seines religiösen Wesens, welches eben nur die ideale Anschauung des
praktischen [=utilitaristischen] Bedürfnisses ist, überzeugen. Also nicht nur im Pentateuch
[die Fünf Bücher Mosis] oder im Talmud, in der jetzigen Gesellschaft finden wir das Wesen
des heutigen Juden, nicht als ein abstraktes, sondern als ein höchst empirisches Wesen, nicht
nur als Beschränktheit des Juden, sondern als die jüdische Beschränktheit der Gesellschaft.
Sobald es der Gesellschaft gelingt, das empirische Wesen des Judentums, den Schacher und
seine Voraussetzungen, aufzuheben, ist der Jude unmöglich geworden‘ weil sein Bewusstsein
keinen Gegenstand mehr hat, weil die subjektive Basis des Judentums, das praktische
[=utilitaristische] Bedürfnis, vermenschlicht, weil der Konflikt der individuell-sinnlichen
Existenz mit der Gattungsexistenz des Menschen aufgehoben ist.
Die gesellschaftliche Emanzipation des Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom
Judentum.


Ein präspartacistischer Held

4. April 2010

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In Domini Urda et Werdandi et Skulda
Wenn Freyr und Gullinborsti durchs Land maschieren und wieder alles zum grünen und zum blühen bringen, feiern die Anhänger der monotheistischen Religionen den Befreiungskampf ägyptischer Sklaven unter der Führung eines großen präspartacistischen Helden gegen eine der ersten Diktaturen der Klassengesellschaft, gegen Mizraym.
Moses selbst werden in der Literatur der monotheistischen Religion enge Kontakte zum Hof des Pharao nachgesagt und aus dieser Ecke kommt auch diese damals noch neue Idee.

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Echnaton einer der Amtsvorgänger von Ramses II, dem Gegenspieler unseres ägyptischen Freiheitskämpfers, als den ihn schon Freud erkannte,

wollte seine durch das Privateigentum an Boden und Produktionsmitteln, in der Epoche der Sklaverei einschließlich Menschen, in der neuen Klassengesellschaft dadurch erweitern und festigen, dass er die Götter abschafft und nur noch Aton, dessen Sohn er seiner Ansicht nach war, von „seinem“ Volk anbeten lassen. Dadurch wurde er der „legitime“ Herrscher der Menschheit von „Gottes Gnaden“.

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Die Geschichte vom ‚goldenen Kalb‘ deutet dieses Gift an, was mit der Klassenherrschaft unter die Menschen gekommen war und bis zu ihrem Ende immer wieder durch das Streben nach Geld und Macht, zur Ausbeutung des Menschen durch den Menschen führen wird.
Dieser Sklavenaufstand Jahrhunderte vor Spartacus und Jahrtausende vor Müntzer,  war bis zur Oktoberrevolution der einzige einer unterdrückten Klasse, der von den Herrschenden nicht niedergeschlagen werden konnte.
Doch die Entwicklung der Produktionsverhältnisse erlaubte noch keine kollektive Produktionsweise und so endete auch die Freiheit des neuen Volkes.

Nach dem es  40. Jahre durch die Wüste geirrt war und äußerst bescheiden sein Dasein gefristet hatte, viel es in das Land der Kanaaniter ein, plünderte es und gründete ein eigenes Königreich mit den damals üblichen Ausbeutungsverhälnissen und dem damals modernen Staatsverständnis Echnatons.
Jahrhunderte konnte sich dieses neue Reich damit gegen die benachbarten Großmächte behaupten, bis es zu einer römischen Provinz wurde.
Wie es von der Antike bis heute üblich ist arangierten sich die herrschenden Klassen, der Adel, die Bourgeoisie und selbstverständlich auch der Klerus mit den imperialistischen Besatzern und beuteten gemeinsam das Volk aus. Devide et impera.
Der durch die Ausbeutung sich entwickelnde Kampf des Volkes gegen die Herrschenden wurde seit jeher auch durch Idealisten aus den Ausbeuterklassen mit organisiert und oft auch durch neue, manchmal auch gute Ideen bereichert.
Der Spross einer Handwerker und/oder Händlerfamilie, dem selber eine Tätigkeit als Tischler nachgesagt wird, jagte die Reichen und ihre Geldwechsler, die Banker der Antike, aus dem Tempel und prangerte die Kollaboration der Herrschenden, besonders des Klerus, mit den imperialistischen Besatzern an.
Während die Stadthalter Roms, die ihre Provinz auch gern ausgebeutet hätten ohne mit den jüdischen Kollaborateuren zu teilen, ihre Hände „in Unschuld“ wuschen, schrieen diese nach der Vernichtung eines neuen Befreiungstheologen.
Die monotheistischen Quellentexte deuten an, das Jesus am Kreuz das Bewusstsein verlor, aber lebend vom Kreuz genommen wurde. Ein Toter blutet nicht mehr wenn man ihn mit einer Lanze sticht, schon gar nicht stark, „Blut und Wasser“, etc. pp., was damals nur wenigen bekannt war. Es waren  damals auch schon Pflanzen bekannt, deren Wirkung die Vitalfunktionen verlangsamen bzw. vorrübergehend fast aussetzen konnten. Diese konnten sicher auch durch einen „in Essig getränkten Schwam“ verabreicht werden.
Verschieden Quellen gehen davon aus dass Jesus nach seiner Kreuzigung je nach religiösem Background in Gallien, Britanien oder Indien bzw. dem heutigen Pakistan gelebt hat.
Da Jesus auf seine Art Brüderlichkeit unter den Unterdrückten predigten, auch mit den weniger angesehenen Jobs, Zöllner, Prostituierte, usw., wurde und blieb er im Volk beliebt; auch in anderen römischen Provinzen.
Durch Echnatons Idee des Alleinherrschaftsanspruchs wurde seine Sekte später auch für die Monarchie interessant und durch die Herrschenden mit großem Erfolg korumpiert.

Den alten Ägyptern war der Monotheismus trotz ihres Pharaokultes suspekt.
Echnaton war nach seinem Tod schnell in Ungnade gefallen und wurde samt seines Kultes aus dem kulturellen Leben verbannt. Seine von ihm errichtete Hauptstadt wurde der Wüste überlassen. Archäologische untersuchungen haben ergeben, dass sein Volk hungerte wie nie zuvor während in seinen neuen Kultstätten Lebensmittel und Luxusgüter aufgebahrt wurden, von ihm und seinen Verwanten verprasst wurden und wohl auch massenhaft vergammelten.
Sicher hatten auch die Priester der alten polytheistischen Religion ein großes Interesse an der Restauration der alten Verhältnisse.
Die polytheistischen Religionen sind schon vor dem Zerfall der Menschheit in Klassen entstanden, als die Menschen die Natur beobachteten und versuchten sich die Welt zu erklären.
Die Priester der Pharaonen hatten über Jahrtausende verstanden sich den von den Werktätigen erschaffenen Mehrwert anzueignen in saus und braus zu leben und imposante Sakralbauten zu erichten, ohne diese in Verzweiflung und Elend zu treiben, ähnlich wie die kapitalistischen Diktaturen Westeuropas zwischen dem zweiten imperialistischen Weltkrieg und der Kontterrevolution in Ost- und Mitteleuropa gelernt hatten, dem Volk genug zum Leben zu lassen.
Vor dem Zerfall der Menschheit in Klassen lebten die Menschen und Völker einfach und bescheiden aber in Einheit und Harmonie.
Anne Ross schreibt in ihrem Buch Pagan Celtic Britain:
„Wir müssen uns eine starke Mischung von keltisch und teutonisch sprechenden Menschen westlich des Rheins vorstellen, ohne von einer grundlegenden Feindschaft oder Verschiedenheit zwischen ihnen ausgehen zu können.“
Warum auch? Auch die Germanen östlich des Rheins lebten sicher friedlich mit ihren keltischen und slavischen Nachbarn zusammen, bevor sie durch den Konsumterror der römischen Imperialisten kompromittiert wurden, ihre Nachbarn überfielen, oft auch versklavten und schließlich auch dem einst mächtigen Rom ein Ende bereiteten, dem ihre inzwischen leider etablierten herrschenden Klassen leider nacheiferten.
Der Genosse Friedrich Engels vergleicht unsere Vorfahren in seinen Werken, Zur Geschichte der Urgermanen, mit den First Nations in Nordamerika und weist somit nach, dass dort auch Kriegsgefangene keine Sklaven waren sondern gleichberechtigt im Stamm lebten, was auch aus fortschrittlicher Trivialliteratur hervorgeht. Hier wird die bürgerliche Geschichtsschreibung der Lüge überführt.

Überall lebten die Menschen in Einheit und Harmonie bevor sie in Klassen zerfielen. Auch aus dem Yajurveda ersieht man, dass die Veden für alle Menschen gelten. Erst als im Sudra die indische Gesellschaft in Kasten zerfiel, verrieten die Herrschenden dieses zutiefst humanistische Prinzip.
Davon war auch der große indische Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi überzeugt. Am 24. April 1924 schrieb er in der Young India:
„Es ist das Glück oder Unglück des Hinduismus, dass er über kein offizielles Glaubensbekenntnis verfügt. Um mich vor Missverständnissen zu schützen, habe ich daher Wahrheit und Gewaltlosigkeit zu meinen Glaubenssätzen erwählt. Sollte ich den Hinduismus beschreiben, würde ich einfach sagen: Er ist die Suche nach Wahrheit mit gewaltlosen Mitteln. Ein Mensch muss nicht einmal an Gott glauben und könnte sich dennoch als Hindu bezeichnen. Hinduismus ist die schonungslose Suche nach Wahrheit. Und wenn der Hinduismus heute todgeweiht, unbeweglich und unempfänglich für Entwicklungen scheint, so nur deshalb, weil wir erschöpft sind. Sobald diese Erschöpfung jedoch vorübergeht, wird der Hinduismus vielleicht die Welt überstrahlen wie nie zuvor. Natürlich ist der Hinduismus die toleranteste aller Religionen. Sein Glaube ist allumfassend.“

Auch haben diese alten polytheistischen Religionen aus der Zeit vor dem Zerfall der Menschheit in Klassen eine ganz andere Haltung zu Minderheiten.

Homosexualität gilt z.B. in den antiken Hochkulturen noch als etwas völlig normales, gesellschaftlich akzeptiertes. In Indien haben die Hidjeras noch heute eine besondere gesellschaftliche Stellung und ihnen werden besondere Kräfte nachgesagt. Diese Tradition hat sich auch bei den Kusras in Pakistan erhalten. Auch in der germanischen Mythologie wird aus Njörd Fjörgyn, die erst Frau Odins, eine Transe! Diese ist die Mutter von Thor und Tyr, der erst im laufe seines Lebens zu einem männlichen Gott wird, der die Welt an der Seite Odins vor dem Fenriswolf bewahrt.

Ein gefährliches Raubtier, dass die Welt bedroht. Gibt es eine bessere Beschreibung für die letzte Epoche der Klassenherrschaft, in der sich die Ausbeutung der Menschen durch den Menschen zuspitzt und die Gier der Menschen die Umwelt zerstört und Massenvernichtungswaffen die Existenz unseres ganzen Planeten bedrohen?
Der Zerfall der Menschheit in Klassen hat den Menschen und Völkern also nur Ausbeutung, Unterdrückung, Hass, Intoleranz, Leid und Elend gebracht.
Wenn wir heute also dieses großen ägyptischen Freiheitskämpfers gedenken, so sollten wir ihm die Ehre erweisen, indem wir alle Unterdrückten aller religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisse aufrufen, den Fluch Echnatons zu brechen und dem Elend der Jahrtausende alten Klassenherrschaft, der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende zu bereiten.
Nieder mit den Bonzen und Faschisten!
Hoch die internationale Solidarität!